Heidenheim / Annika Raunecker Nicht selten wird der Presse bei der Berichterstattung über Unfälle Sensationsgier vorgeworfen. Warum veröffentlicht die Presse Unfälle, was darf sie und was nicht - eine Erklärung.

Unfallberichterstattung nimmt in der Zeitung keinen unwesentlichen Anteil ein. Das hat seine Gründe. Die Aufgabe der Presse ist es, die Bürger zu informieren und die Realität abzubilden, um so auch demokratische Meinungs- und Willensbildung zu ermöglichen. Auch Unfälle gehören zur Realität und sind nicht selten von öffentlichem Interesse.

Die Berichterstattung geschieht im Rahmen der Pressefreiheit, welche wiederum im Grundgesetz verankert ist. Die Redaktionen verpflichten sich dabei stets der journalistischen Sorgfaltspflicht. Die Heidenheimer Zeitung arbeitet zudem immer im Rahmen ihrer selbst auferlegten publizistischen Leitlinien.

Nun gibt es immer wieder Vorwürfe, Reporter und Fotografen seien nicht besser als Gaffer. Bei entsprechenden Veröffentlichungen wird der Zeitung auch häufig Sensationslust unterstellt. Fakt ist: Die Zeitung arbeitet immer im Rahmen ihrer Informationspflicht, sie gewichtet ihre Themen nach Nachrichtenwerten, welche einordnen, was, wie berichtenswert ist.

Bei der Berichterstattung schützt und wahrt die Presse die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen soweit das möglich ist. Hierzu ist sie über den sogenannten Pressekodex auch verpflichtet. In diesem Kodex ist journalistisches Verhalten festgelegt. Er dient zur Wahrung der Berufsethik. Nach Ziffer 11 „verzichtet die Presse auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid. Die Presse beachtet den Jugendschutz.“ Die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen ist in Ziffer 11.3 geregelt. Diese besagt: „Die Berichterstattung findet ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen. Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden.“

Wichtig ist: Bei der Unfallberichterstattung geht es neben der Information der Bürger insbesondere auch darum, dass fundierte und gut recherchierte Berichte mit verlässlichen und offiziellen Quellen Gerüchte unterbinden und dazu beitragen können, dass ein Vorfall wahrheitsgetreu und sachlich dargestellt wird. Nicht zuletzt deshalb sind Behörden, wie etwa die Polizei, laut dem deutschen Pressegesetz verpflichtet, den Vertretern der Presse Auskünfte zu erteilen – wenn diese zur Erfüllung der öffentlichen Aufgabe der Medien dienen.

Über Suizide berichtet die Presse nur, wenn ein solcher im öffentlichen Raum stattfand und damit auch das öffentliche Leben berührte.