Vor der dritten Verhandlungsrunde ruft Verdi Beschäftigte aus Kindertagesstätten, der Sozialen Arbeit und Behindertenhilfe landesweit zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Einer der drei Kundgebungsorte im Land wird Ulm sein, dort versammeln sich Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen und weitere Beschäftigtengruppen um 10 Uhr auf dem Münsterplatz. Betroffen sind nach Auskunft der Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Ulm-Oberschwaben Maria Winkler auch die städtischen Kindertagesstätten in Heidenheim. Winkler geht von einer hohen Beteiligung aus, denn „die Fachkräfte haben kein Verständnis für die Verweigerungshaltung der kommunalen Arbeitgeber am Verhandlungstisch“, die bislang kein Angebot vorgelegt hätten.

Die von den Kita-Schließungen betroffenen Eltern seien frühzeitig informiert worden, so Winkler: „Die meisten Eltern zeigen sich sehr solidarisch gegenüber dem Personal und wissen, dass der Streik nicht gegen die Eltern oder Kinder gerichtet ist“.

Fachkräftemangel und Überlastung in den Kitas

Nach zwei bisher ergebnislos gebliebenen Verhandlungsrunden erhöht Verdi den Druck um doch noch am Verhandlungstisch zu einer Lösung zu kommen. Die gesellschaftliche Bedeutung der Sozial- und Erziehungsberufe würde zwar allgemein betont, jedoch fehlten die dringend notwendigen Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und gegen die ständige Überlastung des pädagogischen Personals, sagt die Verdi-Bekirksvorsitzende: „Eine angemessene Bezahlung ist überfällig, die gestiegenen Anforderungen brauchen andere Antworten als die Bezahlung nach 30 Jahre alte Tätigkeitsmerkmalen.“

Die zum Warnstreik aufgerufen Beschäftigten aus den Kindertagesstätten Ulm werden in einem Demonstrationszug beginnend um 9 Uhr vom Weinhof durch die Stadt zum Münsterplatz ziehen. Dorthin kommen auch die Streikenden aus anderen Städten des Verdi-Bezirks, die mit Bussen anreisen und über die Hirschstraße zum Münsterplatz ziehen.

Tarifverhandlungen werden am 16. Mai fortgesetzt

Verdi verhandelt für rund 330.000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst bei den Kommunen und kommunalen Gebietskörperschaften. Zudem hat die Tarifrunde unmittelbar Auswirkungen auf freie Träger, da die Tarifabschlüsse in der Regel bei freien Trägern, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen übernommen werden. Die Tarifverhandlungen werden am 16. Mai fortgesetzt.

Heidenheim