Schnaitheim / Klaus-Dieter Kirschner Einen deutsch-arabischen Gottesdienst wohnten mehr als 200 Gäste bei. In der Bonifatiuskirche herrschte ein babylonisches Sprachengewirr.

Über 200 deutsche und arabische Christen trafen sich am späten Sonntagnachmittag, um gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Bonifatiuskirche Schnaitheim zu erleben. Die Schar der Mitwirkenden dieser 100 Minuten langen Messe, die die Posaunenchöre aus Königsbronn und Schnaitheim und ein kleiner arabischer Chor umrahmten, war groß.

Aramäisch – die Sprach Jesu

Sie wurde geleitet von dem für Süddeutschland zuständigen Pfarrer Mayas About, an seiner Seite waren die evangelischen Pfarrer Armin Leibold (Schnaitheim), Christoph Burgenmeister (Königsbronn), die Pastoren Lothar Rapp (Chrischona) und Samuel Kissner (Brückengemeinde) und Pastoralreferent Stefan Wietschorke.

Im Publikum saßen neben der Bundestagsabgeordneten Margit Stumpp (Grüne), der katholische Pfarrer Dietmar Krieg (Schnaitheim), der evangelische Dekan Dr.Karl-Heinz Schlaudraff sowie Monika Ramsayer, die die Prädikanten vertrat.

Der Gottesdienst zeigte zum einen die Vielfalt der Sprachen der Christenheit, offenbarte aber auch die unterschiedliche Art, Gottesdienst zu feiern. Das Vaterunser wurde in der Sprach Jesu, aramäisch, durch Christen aus Syrien gesprochen. Im Grunde, das zeigte der Abend der Begegnung im Oetinger-Gemeindehaus, war es schon ein babylonisches Sprachengewirr. Im Zentrum der Messe stand eine Dialogpredigt, in der sich Christoph Burgenmeister und Samuel Kissner mit dem Thema befassten: „Einheit in Christus leben“.

Wagenrad diente als Symbol

Als Anschauungsobjekt diente ein großes Wagenrad, dessen Nabe Christus bildet. Alle Speichen, sie stehen für die unterschiedlichen Kirchen und christlichen Gemeinschaften, müssten gleich lang sein, sonst würde das Rad niemals rund laufen.

Ökumene, so schärfte Christoph Burgenmeister den Zuhörern ein, erfordere auch mal einen Schritt zurück zu machen, auf dass der andere einen Schritt nach vorne tun könne. Im Grunde gehe es um die Einheit in Vielfalt, die auch Pfarrer Dietmar Krieg in seinem Grußwort thematisierte. Er versicherte, gerne die Bonifatiuskirche für diesen internationalen Gottesdienst geöffnet zu haben.