Heidenheim / Sandra Gallbronner Nele Fischer und Max Landgraf aus Großkuchen führen den kleinen Hofstaat der Narrenzunft Neresheim an. Vor allem beim Tanzen gehen sie auf.

Passender könnte ein Nachname für einen Prinzen kaum sein und deshalb hat Max Landgraf aus Großkuchen ihn gleich zu seinem Beinamen gewählt: Max I. von den Landgraf's lautet der vollständige Name des 12-Jährigen als Regent der Narrenzunft Neresheim.

Seine Prinzessin musste da etwas kreativer werden, wenn auch die 11-jährige Nele Fischer nicht lange überlegen musste. Denn die Großkuchnerin tanzt mittlerweile seit sieben Jahren bei der rot-weißen Garde der Narrenzunft Neresheim. Somit fiel die Wahl ihres Namens auf Nele I. vom tanzenden Schuh.

Nele und Max regieren als kleines Prinzenpaar der Narrenzunft Neresheim. Nele habe sich „wahnsinnig gefreut“, als der Verein sie vergangenen Sommer gefragt hatte, ob sie die Prinzessin sein möchte. Schließlich gilt es als besondere Ehre, für dieses Amt auserkoren zu werden. Deshalb sagte auch Max direkt zu, wobei er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal wusste, wer an seiner Seite stehen würde.

Große Überraschung

Die Überraschung war umso größer, als der Realschüler es erfuhr: „Ich kenne Nele schon fast immer“, erzählt der junge Regent. In Großkuchen kenne man sich eben. Zudem tanzt seine Schwester gemeinsam mit Nele in der Garde. Auch Max war froh, das Amt des Prinzen einnehmen zu dürfen.

Doch Freude allein reicht für eine Regentschaft nicht aus. Prinz und Prinzessin müssen auch ein gutes Körpergefühl unter Beweis stellen. So begann mit dem neuen Schuljahr auch das Tanztraining. Ein bis zwei Mal wöchentlich übten die beiden Schüler den klassischen Walzer sowie einen Show-Tanz.

Nicht nur Nele auch Max profitiert von bisheriger Tanz- sowie Bühnenerfahrung – er trat mit Showtänzen bei den vergangenen Kinderfaschingsfeiern in Großkuchen auf, im Vorjahr moderierte er die Veranstaltung sogar. Auch beim Kinderfasching in Neresheim vergangenen Samstag sprang er kurzfristig als Moderator ein. „Das fällt mir nicht schwer, spontan zu reden“, so der 12-Jährige.

Blaues Kostüm stand außer Frage

Auf einer Wellenlänge sind Nele und Max auch in Geschmacksfragen: Dass ihre Kostüme blau werden, darüber waren sie sich sofort einig. Getreu dem diesjährigen Motto „Dreiländereck“ habe sich der junge Prinz für eine Uniform im österreichischem Stil entschieden.

Dem Volk erstmalig präsentiert hatte sich das Prinzenpaar beim Neresheimer Hofball Mitte Januar. „Es ist doch nochmal etwas anderes, nicht in der Gruppe, sondern zu zweit auf der Bühne zu stehen“, sagt Max, der gesteht „ziemlich aufgeregt“ gewesen zu sein. Nele bewahrte hingegen Ruhe: „Ich bin es ja von der Garde gewohnt, auf der Bühne zu stehen.“

Mittlerweile haben sich die zwei an die Aufmerksamkeit gewöhnt und genießen ihre Auftritte, die sie unter anderem schon nach Dischingen, Gundelfingen und Abtsgemünd geführt haben.

Lange Regierungszeit fürs Prinzenpaar

In diesem Jahr erstreckt sich die Faschingszeit über einen recht langen Zeitraum: Aschermittwoch, der das Ende des Faschings kennzeichnet und stets am 46. Tag vor dem Ostersonntag stattfindet, fällt in diesem Jahr erst auf den 6. März. Zum Vergleich: Im Vorjahr war mit dem bunten Treiben bereits am 14. Februar Schluss.

Der spätmöglichste Zeitpunkt für das Faschingsende ist der 10. März. Doch dafür brauchen Narrenfreunde noch Geduld. Erst 2038 fällt Aschermittwoch auf diesen Tag. Besonders kurz ist die Faschingszeit, wenn Aschermittwoch auf den 4. Februar fällt. Zuletzt war das vor gut 200 Jahren, nämlich 1818 der Fall. Erst 2285 wiederholt sich dieses Phänomen.