Wer mit dem Coronavirus infiziert ist oder mit einer infizierten Person Kontakt hatte, muss in Quarantäne. Das gilt ebenso für Personen, die in einem Risikogebiet waren und zurück nach Deutschland kommen – 14 Tage häusliche Isolation sind dann angesagt, es sei denn, man kann ein negatives Coronatest-Ergebnis vorweisen.

Doch was, wenn man Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte? Wann gilt man als Kontaktperson, warum werden nicht alle Kontaktpersonen getestet und was kann man als Arbeitnehmer tun, wenn man in Quarantäne muss, aber nicht von Zuhause im Homeoffice arbeiten kann?

Das große Corona-FAQ mit allen Informationen zu Symptomen, Corona-Tests und wann Schulkinder zu Hause bleiben sollten.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Quarantäne im Überblick:

In Quarantäne muss, wer ein positives Coronatestergebnis hat und dessen Kontaktpersonen. Wie eng muss der Kontakt gewesen sein?

In Quarantäne muss derjenige, der vom Gesundheitsamt als Kontaktperson der Kategorie I ermittelt worden ist. Das Gesundheitsamt setzt die Kontaktpersonen dann unmittelbar telefonisch in Kenntnis, dass sie Kontaktpersonen sind und sich auf Grundlage der Allgemeinverfügung in Quarantäne begeben sollen.

Was bedeutet Kontaktperson der Kategorie I und wie werden die Personen ermittelt?

Zur Ermittlung von Kontaktpersonen der Kategorie I zieht das Gesundheitsamt die Kriterien des Robert-Koch-Instituts heran. Die Kriterien sind:

  • Personen mit mindestens 15-minütigem Gesichtskontakt („face-to-face“), z. B. im Rahmen eines Gesprächs. Dazu gehören z. B. Personen aus Lebensgemeinschaften im selben Haushalt.
  • Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, insbesondere zu respiratorischen Sekreten eines bestätigten Covid-19-Falls, wie z. B. Küssen, Kontakt zu Erbrochenem, Mund-zu-Mund-Beatmung, Anhusten, Anniesen etc.
  • Medizinisches Personal mit Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall im Rahmen von Pflege oder medizinischer Untersuchung ohne verwendete Schutzausrüstung

Wer ist Kontaktperson der Kategorie II und III?

Kontaktpersonen der Kategorie II haben ein geringeres Infektionsrisiko und müssen nicht in Quarantäne. Sie sind aber gehalten, ihre sozialen Kontakte zu minimieren. Kontaktperson der Kategorie II ist, wer sich mit einem bestätigten Covid-19-Fall im selben Raum (Klassenzimmer, Arbeitsplatz) aufgehalten hat, aber keinen mindestens 15-minütigem Gesichts-Kontakt hatte und nicht länger mit der Person gesprochen hat. Eine selbständige Beobachtung auf Krankheitszeichen und das Einhalten der Hygienegebote wird empfohlen.

Die Kategorie III betrifft nur medizinisches Personal, das Kontakt in einer Distanz von unter zwei Metern hatte, aber dabei adäquate Schutzbekleidung getragen hat.

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Und enge Kontaktpersonen, die sich in Quarantäne begeben sollen, werden auch nur getestet, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören, schwer erkrankt sind oder im medizinischen Bereich arbeiten?

Kontaktpersonen, die sich nach Absprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne begeben müssen, werden erst getestet, wenn sie Symptome aufweisen, die auf eine Infizierung mit dem Coronavirus hindeuten können. So zum Beispiel Fieber über 38,5 Grad, trockener Husten etc. In gewissen Fällen kann das Gesundheitsamt aber auch schon vor Eintritt der Symptome einen Test veranlassen, das empfiehlt sich aber nicht.

Warum empfiehlt sich das nicht? Enge Kontaktpersonen sind doch ziemlich sicher auch mit dem Coronavirus infiziert.

Das stimmt nicht. Zunächst einmal steckt man sich nicht bei jedem engen Kontakt an. Außerdem ist es so, dass ein Test direkt nach der Infizierung zunächst einmal negativ sein wird, obwohl die Person vielleicht infiziert ist. Der Grund dafür ist, dass die Viren im Körper eine gewisse Zeit brauchen, um sich zu vermehren. Erst dann können sie durch einen Test nachgewiesen werden. Und deshalb wartet man ab, bis Symptome auftreten, weil man dann sicher sein kann, dass genug Viren im Körper sind, um, wenn die Person tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert ist, das mittels Test nachweisen zu können.

Wird überprüft, ob Infizierte sich an die Quarantäne halten?

In erster Linie wird natürlich an die Verantwortung des Einzelnen appelliert. Es muss jedem positiv Getesteten bewusst sein, dass die Allgemeinverfügung dazu dient, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und derjenige, der sich nicht daran hält, andere Menschen gefährden kann. Das können fremde Menschen sein, aber auch die eigenen Eltern oder Großeltern.

Das Gesundheitsamt und die zuständigen Städte und Gemeinden überwachen aber die Einhaltung der Quarantäne. Dabei dürfen die Mitarbeiter der Städte und Gemeinden und des Gesundheitsamtes Grundstücke, Räume, Anlagen und Einrichtungen aller Art betreten sowie Unterlagen sichten. Hält sich der Betroffene nicht an die Quarantäne, kann eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe drohen.

So läuft die Quarantäne ab:

Was ist, wenn Personen, die in Quarantäne müssen, kein Homeoffice machen können?

Die Personen müssen trotzdem in Quarantäne. Es geht hier um den Schutz der Allgemeinheit.

Welche Unterlagen benötigt der Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber bekommt von der Stadt oder jeweiligen Gemeinde eine Bescheinigung ausgestellt, dass sich die betreffende Person in Quarantäne befindet. Die Daten hierzu übermittelt das Gesundheitsamt an die Stadt bzw. die Gemeinde.

Ist die Quarantäne wie eine Krankschreibung?

Nein, die Kontaktpersonen sind ja nicht zwangsläufig krank, sondern zunächst einmal nur ansteckungsverdächtig.

Das Gehalt wird aber fortgezahlt?

Ja. Der Arbeitgeber zahlt in einem bestehenden Arbeitsverhältnis das Gehalt bis zu sechs Wochen weiter aus, kann sich die Beträge auf Antrag aber erstatten lassen. Der Antrag muss beim Gesundheitsamt gestellt werden muss. Ein Merkblatt sowie der entsprechende Antrag sind auf www.info-corona-lrahdh.de zu finden.

Was zu tun ist, wenn Symptome auftreten:

Welche Symptome deuten auf eine Corona-Infektion hin?

Typische Symptome sind Fieber, trockener Husten und Müdigkeit. Seltener treten auf: Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Durchfall, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Verfärbung an Fingern oder Zehen oder Hautausschlag.

Was soll man tun, wenn man solche Symptome entwickelt?

Anlaufstelle für symptomatische Patienten („Fiebersprechstunde“) ist die Corona-Ambulanz östlich des Klinikums. Die Patienten werden dort ärztlich untersucht und behandelt. Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus, wird auch ein Nasen-Rachen-Abstrich für die Labordiagnostik entnommen.

Wenn das Kind Coronasymptome hat:

Mein Kind hat Erkältungssymptome. Wann darf es in die Schule oder Kita, wann muss es zu Hause bleiben?

Laut Landesgesundheitsamt müssen Kinder und Jugendliche zu Hause bleiben, wenn sie Fieber über 38 Grad Celsius, trockenen Husten oder eine Störung des Geschmacks- und Geruchssinns haben. Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist, genauso wie leichter oder gelegentlicher Husten bzw. Halskratzen, kein Ausschlussgrund. Ist das Kind so krank, dass ein Arzt benötigt wird, entscheidet dieser über einen Test auf Covid 19. Wenn nicht, muss das Kind zu Hause bleiben, bis es symptomfrei ist. Es muss mindestens einen Tag fieberfrei und in gutem Allgemeinzustand sein.

Seit dem 19. Oktober gilt in Baden-Württemberg die Pandemiestufe 3. Welche Regeln gelten seither?

In Fußgängerzonen und auf Marktplätzen muss dort, wo ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Ansammlungen werden auf zehn Personen begrenzt, das gilt auch für private Treffen. Die Anzahl darf überschritten werden, wenn es sich ausschließlich um Personen aus maximal zwei Haushalten handelt oder die Teilnehmer miteinander verwandt sind (Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel, Geschwister und deren Kinder sowie Ehegatten und Lebenspartner). Die Teilnehmerzahl für sonstige Veranstaltungen wird auf 100 begrenzt, für kulturelle Veranstaltungen gelten gesonderte Regelungen. Der Landkreis Heidenheim hat zudem eine Allgemeinverfügung erlassen, die die Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr festlegt. In dieser Zeit darf auch kein Alkohol verkauft oder in der Öffentlichkeit konsumiert werden.

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Weitere Fragen zum Coronavirus?

Wer Fragen zum Coronavirus, zur Quarantäne oder zu Rückreisen aus einem Risikogebiet hat, kann sich auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit informieren. Hier finden Sie außerdem Ihr zuständiges Gesundheitsamt.

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