Heidenheim / Silja Kummer Manfred Popp hat das städtische Leben in Heidenheim über Jahrzehnte hinweg geprägt: mit Märkten, Festen und auch als Stadtrat. Jetzt ist er kurz vor seinem 73. Geburtstag gestorben.

Manfred Popp war ein Macher. Einer, der das Leben in der Stadt geprägt hat. Der hart gearbeitet hat für das Vergnügen der anderen und dessen Leben selbst oft einer Achterbahnfahrt glich, mit großen Höhen und Tiefen. Der stadtbekannte Schausteller, Marktveranstalter und ehemalige Stadtrat starb am vergangenen Dienstag nach schwerer Krankheit und kurz vor seinem 73. Geburtstag.

Manfred Popp war die siebte Generation einer Schausteller-Dynastie. Schon als Sechsjähriger stand er mit der Großmutter zusammen am Süßwarenstand, mit 30 machte er sich als Marktkaufmann selbstständig.

An einen Tiefpunkt seines Lebens führte ihn der Alkoholismus, der auch die Ehe mit seiner ersten Frau und die fünf gemeinsamen Kinder stark belastete. Popp selbst machte nie einen Hehl daraus, wie ihn dieses Problem an den Rand des Ruins geführt hatte. Dass er es geschafft hat, den Alkohol hinter sich zu lassen und über Jahrzehnte trocken zu bleiben, habe er auch seinem Glauben zu verdanken gehabt, erzählte Popp gerne.

Im Alter von 37 Jahren heiratete Popp zum zweiten Mal: Auf dem Cannstatter Wasen gab er Gisela im Zelt der „Schwarzwaldchristel“ das Jawort. Über Jahrzehnte hinweg war er als „Popcorn-Popp“ nicht nur auf dem Stuttgarter Volksfest und bei vielen anderen Märkten im Land, sondern auch in Heidenheim präsent. Vielen aus ihrer Kindheit unvergessen ist die Schweinchenbahn, ein kleines Fahrgeschäft einfacher Art, das bei keinem Markt in Heidenheim fehlen durfte.

Ab 1986 war Popp nicht nur Marktbeschicker, sondern hat selbst die Heidenheimer Krämermärkte veranstaltet, von 1998 bis 2016 war er auch der Organisator des Volksfestes. Das Küferfest auf dem Rathausplatz war eine weitere Veranstaltung, mit der Popp die Menschen zusammenbringen und unterhalten wollte.

Manfred Popp kannte jeder und Manfred Popp kannte jeden: Mit seiner offenen, manchmal fast auch übergriffigen Art ging er auf die Menschen zu. Diese Popularität verhalf ihm auch zum Amt des Stadtrats, das er von 2009 bis 2014 für die CDU innehatte. Im Juli 2017 kam er noch einmal als Nachrücker in den Gemeinderat, konnte aber aufgrund seiner Erkrankung das Amt nicht wirklich ausüben und schied schon ein Jahr später auf eigenen Wunsch und gesundheitlich bedingt wieder aus.

Die Beisetzung von Manfred Popp fand auf Wunsch der Familie im kleinen Kreis statt. Mit Sicherheit wären sonst auch dazu die Menschen geströmt wie zu allen Veranstaltungen, die Popp der Stadt beschert hat.