Heidenheim / hz Leserbrief zum Diebstahl von Orchideen im Naturschutzgebiet Taubergießen

Diese Meldung in der Heidenheimer Zeitung vom 13. Mai ist nicht nur grausam für Pflanzenfreunde. Auch alle anderen, junge und ältere Menschen, die sich in heutiger Zeit mehr und mehr dem Naturschutz widmen und sich viel neues Wissen ansammeln, sind voll des Zorns über diesen Frevel im bekannten Naturschutzgebiet in den Rhein-Auen Taubergießen im Ortenau-Kreis.

Ca. 3000 Orchideen-Pflanzen wurden nicht nur abgeschnitten, nein, die Wurzelknollen wurden ausgegraben, kaum vorstellbar, dass da Einheimische oder normales Volk am Werk waren. Vielmehr sieht es bei dieser Masse danach aus, als ob da eine von langer Hand groß vorbereitete Organisation tätig war. Vor allem musste diese logistisch anstrengende Arbeit schnell und möglichst bei Dunkelheit geschehen, weil sich momentan in der Blütezeit zu viele Besucher im Taubergießen aufhalten. Es ist kaum vorstellbar, dass die Diebe mit diesem nicht sachgemäß aus der Natur entnommenen Pflanzgut Glück haben werden. Die Pflanzen wurden mitten in ihrem ohnehin fragilen Wachstum erheblich gestört und dort im Gebiet von ihrer speziellen Abhängigkeit von Symbiosepilzen getrennt. Ein Misserfolg bei einer Kultur an anderer Stelle ist vorprogrammiert., es sei denn, dass es sich bei den Dieben um wissenschaftlich ausgebildete Leute handelt. Denkbar wären Orchideen-Labore im nahen Frankreich, natürlich in Deutschland und vor allem in den Niederlanden. Die ermittelnde Polizei ist auf derartige „Einbruchs-Delikte“ keinesfalls geschult. Ratsam wäre, in sämtlichen Orchideen-Labors und Orchideen-Betrieben Europas nachzuforschen.

Gottfried Reiser, Heidenheim