Heidenheim / Michael Brendel Die Arbeiten am Haus Barbara sind ein Vierteljahr nach dem Richtfest komplett im Zeitplan. Mitte März soll die erste Einrichtung ihres Typs im Kreis Heidenheim eingeweiht werden.

Bauvorhaben, die innerhalb des gesteckten Geld- und Zeitrahmens verwirklicht werden – es gibt sie tatsächlich noch. Beispiel Haus Barbara: In dem künftigen Hospiz auf der Ostseite der Bergstraße geben sich seit Längerem schon Arbeiter die Klinke in die Hand. Kaum hat eine Firma ihre Arbeit getan, löst die nächste sie ab. Zupass kam den Verantwortlichen, dass das Wetter in den vergangenen Monaten mitspielte. So kann jetzt peuàpeu der Innenausbau vonstatten gehen.

Der Estrich ist drin, die Fenster auch, die Bäder sind gefliest, die Fußbodenheizung funktioniert tadellos, der Aufzug und die Schallschutzdecken werden gerade montiert. Hospiz-Leiter Georg Peyk blickt beim Rundgang durch das Gebäude zufrieden in die einzelnen Räume: „Es hat bisher keine Verschiebung gegeben, nicht mal um einen einzigen Tag.“

Helligkeit spielt eine große Rolle

Noch sind die in Weiß gehaltenen Wände und Möbel nur zu erahnen, aber schon jetzt wird deutlich, dass Helligkeit eine große Rolle spielt. Sämtliche acht Patientenzimmer auf den beiden Stockwerken sind mit großflächigen Fenstern versehen und bieten einen Blick nach Süden Richtung Schloss. „Das Licht ist von übergeordneter Bedeutung, denn hier soll dem Rest des Lebens eine gute Zeit gegeben werden“, sagt Lars Helfert, Wohnverbundsleiter der Stiftung Haus Lindenhof für die Region Heidenheim.

Auch die Inneneinrichtung soll diesem Ziel dienen. Dazu gehören beispielsweise Holz als warmes Material, eine große Glasscheibe vom Schwesternzimmer zum Treppenhaus und isländisches Moos, das sich die nötige Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft holt und das Raumklima verbessert. „Das Ganze soll eher Hotelcharakter bekommen“, so Helfert.

Anregungen, wie das Haus gestaltet sein soll, hatten sich die Verantwortlichen schon lange vor Baubeginn in zahlreichen anderen Hospizen geholt. Was jetzt zu sehen ist – einschließlich der wind- und lärmgeschützten Terrasse im Innenhof – gibt ihnen die Überzeugung, eine gute Wahl getroffen zu haben. Helfert betont, dass das Haus Barbara keine auf Heidenheim beschränkte Einrichtung ist, sondern ein Angebot für den gesamten Landkreis darstellt: „Niederstotzingen, Königsbronn und Demmingen sind natürlich ebenso angesprochen.“

Auch finanziell blieb das Vorhaben bislang von bösen Überraschungen verschont. Die Kosten belaufen sich auf rund 2,7Millionen Euro, davon müssen 500000 über Spenden aufgebracht werden. Im laufenden Betrieb übernehmen später die Krankenkassen 95Prozent der benötigten Mittel, die anderen fünf Prozent sind über Spenden zu decken. Unverzichtbar sind dann kleine und große Zuwendungen, wie sie beispielsweise die Rotarier schon beigesteuert haben. Um auf die Unverzichtbarkeit dauerhafter finanzieller Hilfen hinzuweisen, machen Peyk und Helfert demnächst Werbung in eigener Sache: Am 15.Dezember verkaufen sie in der Fußgängerzone Flammkuchen für den guten Zweck.

Schon drei Anmeldungen

Dass vor Ort Bedarf für ein Hospiz besteht, lasst sich an den drei bereits vorliegenden Anmeldungen ablesen. Voraussetzung für eine Aufnahme ist die Bescheinigung des Hausarztes, wonach es keine Heilungschancen für den Patienten mehr gibt und nur noch eine kurze Lebenserwartung verbleibt. Im Abstand von vier Wochen muss dann die Kasse ihr Einverständnis erneuern.

Von großer Bedeutung für den Betrieb des Hospizes ist das Engagement ehrenamtlicher Sterbebegleiter. 80 Interessierte kamen zu zwei Informationsveranstaltungen, 16 von ihnen haben mittlerweile ihre Ausbildung bei der Diakonie begonnen oder sogar schon abgeschlossen. Anfang kommenden Jahres folgt ein weiterer Kurs.

Spenden für den Kauf von Hospizbetten sind möglich unter www.unsere-hilfe-zaehlt.de

Einweihung wird im März 2019 gefeiert

Der Festakt zur Einweihung des neuen Heidenheimer Hospizes findet am Freitag, 15. März 2019 statt. Für den 16. ist ein Tag der offenen Tür vorgesehen, am 17. schließt sich ein Konzert an. Mit der Belegung soll am 18. begonnen werden.

Am Eröffnungstag wird mit Blick auf die jährlich zu deckenden Kosten eine Förderstiftung gegründet. 70 Prozent des Geldes sollen als Stammkapital auf Ewigkeit angelegt, der Rest für den laufenden Bedarf verwendet werden. Wer Mitglied der Förderstiftung werden und sich einbringen möchte, kann sich melden bei Lars Helfert, dem Wohnverbundsleiter der Stiftung Haus Lindenhof für die Region Heidenheim, Tel. 07321.983319, E-Mail: lars.helfert@haus-lindenhof.de.