Heidenheim / Luise Hiller Der Stolperstein des NS-Opfers Ernst Maier ist 2015 bei Bauarbeiten in der Goethestraße verloren gegangen. Am Mittwoch wurde er wiederverlegt.

Knapp 200 Gäste versammelten sich am Mittwochvormittag in der Goethestraße in Heidenheim. Unter den Besuchern waren unter anderem Bürgermeisterin Simone Maiwald, Stadträte sowie einige Schulklassen. Eröffnet wurde die Wiederverlegung des Stolpersteins musikalisch durch Andreas Antoniuk.

Die Theater-AG der Eugen-Gaus-Realschule unter der Leitung von Brigitte Krug-Oberlader griff das Thema auf.

Erinnerung an den Widerstand

Die Vorführung zeigte die Strafverkündung von Ernst Maier im Jahre 1942, welcher aufgrund eines Verstoßes gegen das damalige „Heimtückegesetz“ zu einer Haftstrafe verurteilt und anschließend in mehrere Konzentrationslager deportiert wurde. Ernst Maier starb schließlich 1945 im KZ Flossenburg. Die Schüler der Eugen-Gaus-Realschule erinnerten an den politischen Aufstand von Ernst Maier und beendeten ihre Darbietung mit dem Appel „Misch dich ein“.

Gerhard Oberlader, der Initiator der Wiederverlegung, betonte die Wichtigkeit des Engagements für Stolpersteine. Heidenheim sei hierbei ein Vorbild für die ganze Region, weil die Zusammenarbeit der Stadtverwaltung und der Stolpersteininitiative besser sei als andernorts. Sein besonderer Dank galt auch den Sponsoren Dagmar Hollmann und Thilo Parg aus Stuttgart.

Parg, gebürtiger Heidenheimer, bemerkte das Fehlen des Stolpersteins in der Goethestraße, als er für seine Wikipedia-Liste aller verlegten Stolpersteine eine neue Straße, aber keinen Stolperstein vorfand. Zudem sprach Dagmar Hollmann von Hochachtung vor Ernst Maier und dessen Widerstand. Das Verschwinden des Stolpersteins nahmen die beiden zum Anlass die Wiederverlegung zu unterstützen.

Bürgermeisterin Simone Maiwald lobte die Theater-AG für ihre Vorstellung. Sie wies auf die Aktualität der Worte im Theaterstück hin. „Wir müssen uns immer wieder ermahnen menschlich zu sein“, so Maiwald.

Sie rief dazu auf, auch heutzutage nicht nur wegzuschauen, sondern aktiv zu werden. Die Bürgermeisterin plädierte außerdem für mehr Toleranz in der Gesellschaft und gleichzeitig aber auch dafür, sich gegen Gewalt einzusetzen und die Demokratie zu verteidigen.

Was steckt hinter den Stolpersteinen?

Der Künstler Gunter Demnig startete 1992 seine Initiative zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus. In den Messingtafeln eingraviert sind die Namen der Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. In der Regel liegen sie vor dem Haus der Opfer. Laut Thilo Parg sind in Heidenheim nun 13 Stolpersteine verlegt.