Heidenheim / Joelle Schilk Die beiden Meisterschüler Johanna Mangold und Jan-Hendrik Pelz stellen ab Samstag im Türmle aus.

Was Hermann Hesse mit dem Türmle in Heidenheim zu tun hat? Nun, eigentlich nichts. Dennoch könnte sich Dr. Hans Peter Schiffer, der neue Vorsitzende des Kunstvereins, an Hesses berühmten Worte „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ erinnert fühlen, wenn er am morgigen Samstag, 15. Juni, um 18 Uhr die Vernissage-Gäste der neue Ausstellung begrüßt – nicht nur deshalb, weil es seine erste Ausstellungseröffnung in der Funktion als Vorsitzender ist, sondern auch, weil diese neben der Kunst auch tatsächlich ein klein bisschen Magie beinhaltet.

„Unverdünnt“, so der Titel der verschiedenen Werke von Johanna Mangold und Jan-Hendrik Pelz, beides Meisterschüler der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. Im Mittelpunkt steht der namensgebende „Zaubertrank“, der den beiden einen entscheidenden Vorteil bringen soll, um als freischaffende Künstler im hart umkämpften Kunstmarkt bestehen zu können. Ihre Rezeptur präsentieren sie in einer Videoinstallation; insgesamt sind es 23 Zutaten, die sie „zu den besten Künstlern der Welt machen sollen“, wie Mangold mit einem Schmunzeln erklärt. „Dabei gibt es für jede Zutat eine Geschichte, die die intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen spirituellen Traditionen in verschiedenen Kulturen aufgreift.“ In der abschließenden Video-Performance ist zu sehen, wie die beiden jungen Künstler das magische Gebräu trinken – bleibt also abzuwarten, ob es auch die gewünschte Wirkung entfalten wird.

Mangold und Pelz haben 2016 damit begonnen, diese Videoarbeit als Anleitung zum Erfolg in einem schwierigen Kunstmarkt zu erstellen. Hierfür recherchierten sie in den Bereichen der Magie, der Alchemie und deren Historie, und viele Substanzen wie auch die Zubereitungsweise beruhen auf echten Ritualen mit magischem Hintergrund – klar, dass dabei auch die wichtigste Zutat für Alchemisten, ein zermahlener, getrockneter Feuersalamander, nicht fehlen darf.

Neben der Videoinstallation zeigen die beiden Künstler im Türmle auch Malerei und Zeichnungen. Die Einführungsrede hält Gunther Kerbes. Beginn der Vernissage ist am 15. Juni um 18 Uhr, zu sehen ist die Ausstellung bis zum 21. Juli donnerstags und freitags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr.