„Erschreckend viel Müll“, darunter auch Möbelstücke werden immer wieder im Wald und der Natur entsorgt, teilt der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb mit. Mit der Corona-Pandemie lande nun auch Einwegmüll wie OP-Masken und Einweghandschuhe in Straßengräben oder Grünstreifen. Diese müssten in der Restmülltone entsorgt werden.

Testutensilien in dicht verschlossenen Müllsäcken entsorgen

Dorthin gehören auch benutzte FFP2-Masken und Corona-Schnelltests mit allen dazugehörigen Materialien wie ausgedrückte Abstrich-Teststäbchen für Zuhause, so der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb: „Denn diese sind als mögliche infektiöse Abfälle einzustufen. Haben also in der Natur, aber auch im gelben Sack rein gar nichts zu suchen.“ Stattdessen sollten alle Testutensilien ausschließlich in stabilen, möglichst reißfesten, gut und dicht verschlossenen Müllsäcken oder Behältnissen über die Restmülltonne entsorgt werden. Die Abfälle aus der Restmülltonne werden im Ulmer Müllheizkraftwerk thermisch verwertet. Alle möglicherweise infektiösen Abfälle werden während des Verbrennungsvorganges unschädlich gemacht.

Kunststoff kann in Nahrung gelangen

Der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb betont zudem, dass viele Abfälle, die gedankenlos in die Natur geworfen werden, nur sehr langsam verrotten oder biologisch gar nicht abbaubar sind. Gerade Kunststoffe werden langfristig lediglich mechanisch zerkleinert und gelangen als Mikroplastik in Böden, Gewässer und letztlich auch in die Nahrungskette.

Wie lange Dosen in der Natur bleiben

Werde der Müll nicht entsorgt, so liegen etwa Coffee-To-Go-Becher bis zu 50 Jahre in der Gegend. Getränkedosen aus Aluminium können bis zu 200 Jahre brauchen, bis sie zerfallen. Zerbrochene Glasflaschen verrotten eben so wenig, da diese aus Quarzsand hergestellt werden, der kein organischer Stoff ist. Bis die Scherben verschwunden sind, gehen mal eben 4000 bis eine Million Jahre ins Land. Selbst Styroporverpackungen liegen länger als 6000 Jahre in der Umwelt.

Je nach Materialzusammensetzung können dünne Plastiktüten zehn Jahre überdauern, wohingegen dickere Plastiksäcke schon mal auf 120 bis 200 Jahre kommen. Autoreifen brauchen etwa 2000 Jahre bis sie zersetzt sind.

Gift in Zigarettenfiltern

Dagegen sind Zigarettenstummel oftmals bereits nach zwei bis fünf Jahren auf natürliche Weise zersetzt, wobei der Filter noch länger brauchen kann. Dieser besteht wesentlich aus dem Kunststoff Cellulosacetat, der nicht nur schwer abbaubar ist, sondern zudem bis zu 700 teilweise giftige chemische Einzelstoffe aufweist. Als da wären Arsen, Blei, Cadmium, Benzol oder Nikotin.

Aber auch Papiertaschentücher sind ein großes Ärgernis, da viele von ihnen zwischenzeitlich waschmaschinenfest sind. Der Vorzug, dass sie beim Waschen nicht zerfallen, zeitigt den Nachteil, dass sie das in der Umwelt dann auch erst nach bis zu fünf Jahren tun.

Alte Kühlschränke: Gefahr für die Umwelt

Noch weitaus gravierender ist es dem Kreisabfallwirtschaftsbetrieb zufolge, wenn alte Kühlschränke auf abgelegenen Parkplätzen abgelegt werden. Denn diese enthalten noch FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe), die aus dem Kühlmittel und der Isolierung entweichen können. So genannte Treibhausgase also, die die Umwelt und das Klima stark belasten, insbesondere im Blick auf die empfindliche Ozonschicht.