Heidenheim / Andreas Uitz Im Mergelstetter Kornbaindt sperrten sich Grundstückseigentümer lange gegen die Erschließung einer brachliegenden Fläche. Jetzt scheint es voranzugehen.

Fünf Jahre sind vergangen, seit der Gemeinderat im Mai 2014 den Bebauungsplan für das in Mergelstettens Ortsmitte gelegene Areal namens Kornbaindt verabschiedet hat. Doch noch immer liegt die rund 25 000 Quadratmeter große Fläche an der Bahnlinie brach. Früher war hier eine Gärtnerei angesiedelt.

Als sich der Gemeinderat damals mit dem Thema auseinandersetzte, war schon viel von Innenverdichtung die Rede. Das Bestreben war und ist bis heute, leerstehende Flächen innerhalb bebauter Gebiete zu bebauen, um den Flächenverbrauch einzuschränken.

Widerstand der Anwohner

Schon vor der Verabschiedung des Bebauungsplans hatte es von Seiten einiger Anwohner Widerstand gegen eine Neubebauung gegeben, doch das ist nicht der Grund dafür, dass das Gelände auch heute noch ungenutzt ist. Problematisch waren vielmehr die komplizierten Eigentumsverhältnisse bei den Grundstücken. Der Bebauungsplan war aufgestellt worden, weil das in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelte Wohnbauunternehmen Ideal Massiv Bau hier bauen wollte. Dem Unternehmen gehören zwar einige, aber eben nicht alle Grundstücke auf dem Gelände.

Das Problem an der Sache ist, dass für die Erschließung des Geländes eine Straße gebaut werden muss, die wiederum über die Grundstücke verschiedener Eigentümer führen würde. Von diesen waren allerdings nicht alle mit den Planungen der Stadt einverstanden.

Umlegungsverfahren beschlossen

Um dennoch eine Bebauung zu ermöglichen, war vom Gemeinderat im Oktober 2014 ein Bauland-Umlegungsverfahren beschlossen worden mit dem Ziel, die Eigentumsverhältnisse zu ordnen. Das sieht vor, dass alle in Betracht kommenden Grundstücke zusammengenommen und neu aufgeteilt werden. Das bedeutet, dass nach Ende des Verfahrens alle Eigentümer die gleiche Fläche wie vorher haben, diese jedoch an anderer Stelle liegen kann. Bei diesem Verfahren ist die Stadtverwaltung jedoch auf die Mitarbeit der Eigentümer angewiesen, und das erwies sich lange als schwierig.

Inzwischen jedoch befindet man sich mit den Eigentümern in der Endphase der Verhandlungen. Noch ist die Neuaufteilung nicht beschlossene Sache, doch im Rathaus ist man zuversichtlich, dass die Verhandlungen zu einem Erfolg führen werden. Derzeit ist das Areal in insgesamt neun Grundstücke aufgeteilt, es gibt sechs Eigentümer, von denen einer die Stadt ist.

Kosten für Erschließung stehen fest

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die Festlegung des Abrechnungsgebiets für die Erschließungsstraße beschlossen. Dabei wird festgelegt, in welcher Höhe sich die Grundstückseigentümer an dem Bau der Straße beteiligen müssen. Die Verwaltung plant mit Kosten in Höhe von 558 000 Euro. Darin sind auch die Kosten für den Kanalbau und die Beleuchtung enthalten. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei rund 27 000 Euro, sodass an den Grundstückseigentümern 514 000 Euro hängenbleiben. Diese Festlegung jedoch heißt noch nicht, dass die Umlegung abgeschlossen ist. Aber sie kann den Eigentümern signalisieren, wer sich in welcher Höhe an den Kosten für die Erschließungsstraße zu beteiligen hat. Sind die Verhandlungen endgültig abgeschlossen, kann die Planung und Vergabe der Erschließung erfolgen.

17 000 Quadratmeter können überbaut werden

Insgesamt umfasst der Bebauungsplan für das Kornbaindt-Areal eine Fläche von 25 000 Quadratmetern. Da jedoch auch Freiflächen und Abstandsflächen vorgesehen sind, beläuft sich die bebaubare Fläche auf rund 17 000 Quadratmeter.

Der Plan sieht vor, dass entlang der Bahnlinie mehrere drei- bis vierstöckige Gebäude errichtet werden dürfen, die auch als Lärmschutz dienen können. Auf den Grundstücken im Innern des Kornbaindt-Areals sollen Häuser mit bis zu zwei Stockwerken erlaubt sein. ui