Mitte der zurückliegenden Woche hatte ich ein Gespräch mit einer Bekannten – über das Arbeiten, Urlaubspläne und andere Angelegenheiten. Im Verlauf der Unterhaltung meinte sie: „Ich weiß gar nicht, wie ich das alles schaffen soll.“

Gemeint war nicht, wie ich zunächst angenommen hatte, etwaige Überforderung im Büroalltag. Vielmehr ging es um Termine, die in den nächsten Wochen fest im privaten Kalender stehen und jene, die sich darüber hinaus anbieten: zum vergnüglichen Zeitvertreib.

Es hat ja schon Tradition, dass die Wochen nach den Pfingst- und bis zu den Sommerferien vollgestopft sind mit Festivitäten. Was es auch immer zu veranstalten gibt, findet im Landkreis Heidenheim nicht nur gefühlt generell in diesen Wochen statt, am besten noch gleichzeitig: Beispielsweise am nächsten Wochenende, wenn in Heidenheim internationales Straßenfest ansteht und in Giengen Steiff-Sommer, nicht nur in Hermaringen Dorffest, wahrscheinlich noch ein oder zwei Kinderfeste und so weiter. So geht das dann bis Anfang August.

Und obendrein kommen jetzt noch die ganzen Feiern und Partys, die in den vergangenen Jahren wegen Corona abgesagt beziehungsweise verschoben worden sind: Hochzeiten etwa oder runde beziehungsweise unrunde Geburtstage.

Für uns Schwaben, die nicht unbedingt als Feier-Biester geboren wurden, ist diese Anhäufung an Möglichkeiten, sich mit anderen, womöglich noch fremden Menschen zu amüsieren, schon eine Herausforderung. Schließlich soll der Grill zu Hause nicht vereinsamen und es muss der Rasen gemäht werden.

Zu viel auf einmal?

Aber mal ernsthaft: Ich bin mir nicht sicher, ob diese Anhäufung nicht auch dazu führen kann, dass bei manchen Veranstaltungen der erhoffte Besucherstrom ausbleiben wird.

Nicht, weil die Menschen aus Angst vor einer Ansteckung mit Corona zu Hause bleiben werden, sondern schlicht deswegen, weil sich schließlich niemand teilen kann oder ein zweites Ich zum Konsum vom Bier und Bratwurst beim Dorffest schicken kann während er selbst das Spiel auf einer Bühne oder im Stadion verfolgt. Ob sich das auch finanziell für alle Anbieter rechnet, wird sich zeigen.

Ich selbst werde versuchen, so viele Angebote, auf die ich Lust habe, mitzunehmen. Wer weiß schon, wie das im Herbst wird. Auf die Hängematte zu Hause werde ich aber auf keinen Fall verzichten.

Schönes Wochenende!

Giengen