Gibt’s doch gar nicht! Gerade war noch Sommer und ein paar Nebeltage später heißt es: Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Damit beginnt, ein wenig laienhaft ausgedrückt, die Zeit der Erwartung auf die Geburt Christi.

Weltlich betrachtet beschränken sich Erwartungen jedoch nicht nur auf grob vier Wochen vor dem Weihnachtsfest.

Die vergangene Woche und unsere Berichterstattung beispielsweise in den Blick genommen, gab und gibt es frohe Erwartungen: etwa in Giengen, wo man sich auf den ersten Winzer-Sommer im nächsten Jahr freut. Oder im Naturtheater in Heidenheim, das am Wochenende die Premiere einer Dornröschen-Variante auf die Konzerthaus-Bühne bringt.

In Bergenweiler dagegen blicken die Bewohnerinnen und Bewohner wohl etwas skeptisch der Belegung mit Flüchtenden im Ort entgegen. Wobei der Landrat zuletzt Antworten gab, die viel Luft aus der Angelegenheit nehmen können. Nicht erquickt dürften auch die Mitarbeiter bei Röhm sein, bei denen Kurzarbeit angesagt ist.

Freude und Kummer liegen eben eng beieinander. Da nimmt sich die Adventszeit leider nicht aus. Auf wundersame Weise mehren sich die beruflichen Termine im letzten Zwölftel des Jahres. Termine paaren sich mit Anfragen, was man sich zu Weihnachten wünscht, in welcher Reihenfolge man welche Teile der Familie besuchen und bescheren soll, und wo der Baum herkommt. Obendrein die Frage: Hält man an der kulinarischen Tradition fest oder probiert was Neues aus?

All das kann die Zeit der Erwartung ziemlich hektisch werden lassen. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie mit speziellen freiwilligen wie vorgegebenen Besuchsregeln löst die Zeit vor dem Fest bei manchen in diesem Jahr aber Stress ganz anderer Art aus: Wie viel Weihnachten und zuvor Glühwein, Bratwurst etcetera können wir uns noch leisten? – wird sich der ein oder andere Fragen müssen.

Bei all dieser Hektik, bei all den Problemen und Sorgen über die Zukunft wegen Klima, Kohle und Krieg finde ich es wichtig, sich nicht verrückt machen zu lassen und ab und an bewusst zur Ruhe zu kommen. Beim Essen selbst gemachter, einfacher Plätzchen mit Freunden und Familie oder etwa beim Besuchen von kurzen Adventsmeditationen oder ähnlichen Veranstaltungen im Landkreis.

Runterfahren und auf Weihnachten freuen! Schönen ersten Advent.