In drei von elf Kreisgemeinden gibt es in diesem Jahr einen Wechsel an der Verwaltungsspitze. In Sontheim/Brenz wurde in der vergangenen Woche Tobias Rief als neuer Bürgermeister vereidigt, Jörg Weiler hat in Königsbronn schon den ersten Monat im Amt hinter sich und am Sonntag (3. Juli) werden die Dischingerinnen und Dischinger an die Wahlurnen gebeten.

Mit den Wechseln in den Rathäusern sind viele Veränderungen verbunden. Darüber hinaus fallen sie aber auch noch in eine Zeit, in der die ganze Welt sich massiv verändert, und noch nicht einmal absehbar ist, wie sich die Verknappung der Rohstoffe und die steigenden Preise auf uns auswirken werden.

Einerseits erschwert diese Unsicherheit in allen Planungen den neuen Bürgermeistern den Start, andererseits könnte es auch ein Vorteil sein, wenn neue Köpfe sich gleich auf ganz neue Situationen einstellen müssen – und vielleicht auch noch neue Ideen haben. Denn auch wenn momentan gar nichts gewiss ist, dann zumindest doch, dass wir alle umdenken müssen.

Auch bislang gab es gute Gründe dafür, Energie einzusparen, sei es beim Heizen, Autofahren oder im Haushalt. Aber es blieb dem Idealismus des Einzelnen überlassen, ob er mit Ressourcen schonend umgehen wollte. Jetzt gibt es einen ganz handfesten finanziellen Grund fürs Benzinsparen oder den Wechsel aufs Fahrrad, für bessere Dämmung, weniger hohe Heiztemperaturen oder die Solaranlage auf dem eigenen Dach.

Darüber hinaus sollten wir uns klarmachen, welchen unglaublich hohen Lebensstandard wir haben und uns fragen, ob tatsächlich alles, was möglich ist, auch unbedingt sein muss. Das beginnt mit Erdbeeren im Februar, der Anzahl der neuen T-Shirts, die wir kaufen, und reicht bis zu Urlaubsreisen, die man ja nicht gleich einstellen, aber vielleicht etwas reduzieren könnte.

Dies soll jetzt keine moralische Ermahnung sein, sich in Askese zu üben. Wir brauchen nicht auf alles zu verzichten, aber wir müssen darüber nachdenken, welche Dinge verzichtbar sind – nicht nur, um unseren Geldbeutel zu schonen, sondern auch, um nachfolgenden Generationen eine bewohnbare Erde zu hinterlassen. Insofern liegt in dieser Krise eine Chance, die die Welt besser machen könnte.

Heidenheim