Die E-Bike-Fahrer sind die schlimmsten: Den Satz musste ich mir diese Woche schon anhören, kurz nachdem ich mit eben jenem Gefährt das Büro in Heidenheim angesteuert hatte.

Ein Kollege aus dem Brenztal war mit dem Auto an mir vorbeigefahren, um mir dann „auf der Arbeit“ seine Sicht kundzutun.

Gänzlich ernst gemeint war der Ausspruch nicht. Doch die Meinung von Autofahrern über Radfahrer ist oft keine gute. Andersrum verhält es sich, das ist kein Geheimnis, gleich.

Es kommt eben auch hier, wie fast immer, auf die Perspektive an. Oft hab ich mich, im Auto sitzend, über Radfahrer aufgeregt, die sich nicht um Verkehrsregeln kümmern. Und als Radfahrer steht mir immer wieder das Grauen ins Gesicht geschrieben, weil ich gerade noch bremsen konnte, bevor ich durch ein Automobil Schaden genommen hätte.

Radfahrende und Autolenkende: Ein Konflikt, der lange anhält und nicht so einfach aus der Welt zu schaffen ist. Wobei, und das mag ein subjektiv getrübter Eindruck sein, der Zweiradfahrende gehörig im Nachteil ist – aus physischen Gründen im Kollisionsfall, aber auch, was die Infrastruktur betrifft: Straßen, die plötzlich zu Ende sind, kenne ich als Autofahrer nicht. Radwege, die ins Nichts führen oder ohne Ankündigung unterbrochen werden, dafür einige. Ein Beispiel: der Radweg, der aus Mergelstetten kommend am Konzerthaus vorbeiführt.

Wenn es um Verbesserungen für Menschen geht, die sich mit dem Zweirad fortbewegen, gibt es großes Potenzial. Gut, dass einige Kommunen das erkannt haben und, wie etwa die Stadt Giengen, zusammen mit Profis und gefördert durch Bundesmittel, ein Radwegekonzept auf die Beine stellen.

Mehr als begrüßenswert ist auch die Initiative des ADFC, der am Donnerstag dieser Woche im Sinne eines Fahrrad-Klima-Tests eine Online-Befragung startete, die Hinweise auf Stärken und Schwächen der vorhandenen Infrastruktur im Landkreis liefern soll. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein. Einen kleinen Vorgeschmack werden wir in Kürze in unserer Berichterstattung geben, wenn wir Stellungnahmen von Radfahrenden veröffentlichen, wo im Kreis das Radeln gut läuft, wo schlechter.

Bei allen Bemühungen sei deutlich gesagt: Es geht im Straßenverkehr, ob in den Städten oder auf dem Land, nicht nur nebeneinander, sondern vor allem miteinander.

Gute Fahrt und schönes Wochenende.

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