In Hamburg hat in dieser Woche eine Krankheitswelle den öffentlichen Nahverkehr ausgebremst, vermeldet das Hamburger Abendblatt: Auf drei Linien fahren die Busse nur im Zehn-Minuten-Takt statt wie sonst alle drei Minuten. Ein echtes Großstadtproblem, denn auf dem Land wäre der öffentliche Nahverkehr nicht ausbremst, sondern turbomäßig beschleunigt, wenn alle zehn Minuten ein Bus fahren würde.

Eher im Schneckentempo geht es hingegen bei der Digitalisierung der Landkreisverwaltung voran: Über ein Jahr hat es gedauert, bis eine Strategie dafür erstellt wurde. Das Fraunhofer-Institut hat für Konzeption und Beratung rund 80.000 Euro bekommen. Und was war das Ergebnis? Unter anderem, dass es gut wäre, man könnte stark nachgefragte Leistungen wie die der Zulassungsstelle auch online erledigen. Und es wäre super, es gäbe eine App für den öffentlichen Nahverkehr.

Jetzt wollen wir nicht wieder auf die Großstadt schauen, denn selbstverständlich kann man sein Bus- oder U-Bahn-Ticket in Hamburg in einer App kaufen und diese schlägt auch alle möglichen Verbindungen zwischen Standort und Ziel vor. Aber man wünscht sich, der Landkreis hätte mit der Umsetzung der Digitalisierung in diesen naheliegenden Bereichen schon allerlängst angefangen, anstatt zunächst unglaublich aufwendig und umfangreich zu analysieren, was man alles machen sollte, wenn man denn wüsste, was man machen will.

Wen stört das?

Auch in Herbrechtingen wiehert der Amtsschimmel gerade laut und vernehmlich. Dort möchten die Betreiber des Reiterhofs im Ugental einen Außenreitplatz bauen, die Gemeinde verweigert die Genehmigung, weil die Nutzung im Flächennutzungsplan so nicht vorgesehen ist. Man möchte keinen Präzedenzfall schaffen.

Nun ja, eine Ausnahmegenehmigung muss nicht automatisch ein Präzedenzfall sein. Aber selbst wenn jetzt die Wünsche nach Außenreitplätzen auf der gesamten Herbrechtinger Gemarkung plötzlich ins Unermessliche steigen würden: Wer stört sich an solchen Anlagen? Es drohen weder Flächenversieglung noch meterhohe Bauwerke und die Emissionen von Pferden halten sich in Grenzen. Vielleicht könnte sogar der Amtsschimmel mal ein paar Runden auf dem Reitplatz drehen und sich dabei ein wenig geschmeidig machen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, bleiben Sie locker!

Heidenheim