„Eine große Persönlichkeit“, „ein Mann mit einem großen Herzen“, „ein Ehrenmann“, „ein toller Mensch“, „außergewöhnlich“, „unersetzbar“, „bewundernswert“. Diese Zuschreibungen gelten Michael Rogowski, Ehrenbürger der Stadt Heidenheim, der am 12. November 2021 im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Am Mittwoch nun fand in der Heidenheimer Pauluskirche die offizielle Gedenkfeier statt, die im Winter wegen Corona nicht möglich war.

Die Sätze und Adjektive, die hier eingangs zitiert stehen, stammen jedoch nicht von diesem Mittwoch. Sie hätten zwar durchaus genau so von den Rednern in der Pauluskirche gesagt werden können, tatsächlich aber wurden sie bereits im November verfasst - von Bürgerinnen und Bürgern Heidenheims, die ihrer Trauer auf der Facebookseite der HZ und im HZ-Trauerportal online Ausdruck verliehen haben.

Als jemand, der die digitalen Kanäle der HZ seit nun fast zehn Jahren täglich verfolgt und nahezu jeden Kommentar, der dort seither verfasst wurde, gelesen hat, hat mich diese Form der Kondolenz im vergangenen Winter tief bewegt. Aus zwei Gründen: Zum einen, weil tatsächlich kein einziges missgünstiges Wort zwischen den vielen Beileidsbekundungen auf Facebook zu finden war. Zum anderen, weil die Kondolenzbekundungen von Personen aus allen gesellschaftlichen Bereichen kamen. Ob mit oder ohne Rang und Namen, ob jung oder alt, ob mit Bezug zu Voith oder ohne, ob die Verfasser Rogowski je persönlich getroffen hatten oder nicht – alle waren sich einig in ihrer Anteilnahme und Trauer.

Im Medium Internet und bei Facebook im Speziellen, das leider oft dafür hergenommen wird, Zwietracht zu säen oder zu schimpfen, herrschte über Tage Einigkeit darin, dass die Stadt einen weithin geschätzten und respektierten Mit- und Ehrenbürger verloren hat, der Menschen berührt, zusammengebracht und beeindruckt hat.

Worauf will ich hinaus?

Am Mittwoch nun konnte der Trauer um Michael Rogowski mit der Gedenkfeier in der Pauluskirche endlich der offizielle Rahmen gegeben werden, der so lange gefehlt hatte. Wie groß die Wertschätzung ist, welche die Bürgerinnen und Bürger ihrem Ehrenbürger ganz persönlich entgegenbringen, haben sie schon zuvor, ganz inoffiziell sozusagen, eindrücklich offenbart. Sie haben sich von Rogowski als einem Mitbürger verabschiedet, als einem von ihnen – wenn man so will. Das wird nachwirken und noch lange in Erinnerung bleiben.

Hier kann man eine digitale Gedenkkerze für Michael Rogowski entzünden und kondolieren.

Heidenheim