Das Teilen von Autos wird im Zuge von Klima- und Verkehrswende zu einer immer wichtigeren Option. Für Leute, die das Auto fast täglich nutzen, komme Carsharing nicht infrage, doch für die rund 25 Prozent der Menschen in Deutschland, die das Auto nur einmal in der Woche oder weniger brauchen, schon, sagt der Verein Solar mobil in einer Mitteilung. Ein Wert zur Orientierung, ob sich Carsharing lohnt, sei nach Aussagen von entsprechenden Anbietern auch eine Fahrleistung von unter 10 000 Kilometern im Jahr. Dann führe das Teilen von Autos auch zu deutlich geringeren Kosten.

Solar mobil hat zu dem Thema eine nicht repräsentative Umfrage unter Passanten in der Fußgängerzone und Mitgliedern gemacht. Etwa 15 Prozent gaben an, dass sie sich den Verzicht auf das eigene Auto zugunsten von Carsharing vorstellen können. Noch mehr sind es bei den Mitgliedern. Dies deckt sich ungefähr mit ihrer Jahreskilometerleistung: Knapp 30 Prozent fuhren weniger als 10 000 Kilometer.

Typische Nutzer von Carsharing, vor allem in den Großstädten, haben kein eigenes Auto mehr. Sie befriedigen ihren Mobilitätsbedarf mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad, zu Fuß oder eben durch ein gelegentlich gemietetes Auto.

Drei Autos in Heidenheim

In Heidenheim sind bereits drei Teilautos stationiert. Es sind durchweg Verbrenner. Solar mobil möchte nun stärker in die Zukunft denken und wenn möglich ein E-Carsharing initiieren. Dazu plant der Verein Ende Oktober und Anfang November zwei Veranstaltungen. Zum einen referiert Klaus Amler über die Mobilitätsstudie Baden-Württemberg, wobei ein Schwerpunkt auf Carsharing gelegt wird, zum anderen beleuchtet Matthias Lübke von „Stadtmobil Südbaden“ die Praxis des Carsharings. Er betreibt dort seit 30 Jahren an führender Stelle Carsharing. Für ihn käme bei einer Neugründung als Antriebsoption nur E-Carsharing in Frage.

Auch Nachteile im Blick

Zurück zur Umfrage. Nahezu einhellig äußerten sich die Befragten in Heidenheim, dass Carsharing Kosten spart, einen Beitrag zum Klimaschutz leistet, Ressourcen schont und den Stadtraum entlastet. Nachteile sehen die meisten aber auch: So könne das gewünschte Auto unter Umständen gerade verliehen sein oder der Standort ungünstig. Die Fahrten müssten vorgebucht werden, daher sei man nicht mehr so flexibel wie mit dem eigenen Auto.

Kosten gespart werden laut Solar mobil aber nicht nur durch Carsharing an sich, sondern auch durch die Nutzung von E-Autos. Die Teilnehmer der Umfrage waren gefragt, welches Fahrzeug bezüglich Unterhalt und Wertverlust pro Kilometer günstiger ist, bei einer jährlichen Fahrleistung von 15 000 Kilometern und einer Laufzeit von fünf Jahren: ein Golf-7-Benziner, mit 110 Kilowatt oder ein e-Golf 7, mit 100 kW. Laut ADAC habe der e-Golf die Nase vorn, so Solar mobil. Dabei wurde die neue Kaufprämie der Bundesregierung in Höhe von 9 000 Euro einberechnet. „Das Ergebnis hat mich schier umgehauen“, sagt Wolfgang Eber, Vorsitzender des Vereins. So komme der Benziner auf 47,6 Cent pro Kilometer, der e-Golf auf 40,8 Cent. Erstaunlicherweise hatten die Umfrage-Teilnehmer tatsächlich die elektrische Version mehrheitlich als günstiger beurteilt.

Wie es mit der Initiative des Solar mobil Heidenheim weitergeht, hinge indes weitgehend von den Interessenten ab. Es kommen verschiedene Modelle mit stationären Standorten infrage, so der Verein.