Heidenheim / Karin Fuchs Roderich Kiesewetter kritisiert einen bizarr klingenden Workshop: „Vulven malen“ und wird dann von der AfD falsch zitiert.

Gleich zweifach macht der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter bezüglich des Evangelischen Kirchentags in Dortmund Schlagzeilen. Zuerst kritisiert er per Twitter einen seltsam anmutenden Workshop, wo es darum geht, weibliche Genitalien zu malen. Dann wird er damit von der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt auch noch falsch zitiert. Darüber berichten am Wochenende diverse Medien. Doch von vorne.

Im Rahmen des Evangelischen Kirchentags fand am Freitag ein Workshop „Vulven malen“ statt, was auf geteiltes Echo stieß. Roderich Kiesewetter, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Aalen-Heidenheim, twitterte: „Ist das das neue Kreuz, an dem Christus geopfert wurde? Mich macht das traurig über meine ev. Kirche.“ Die Antwort vonseiten des Kirchentags ließ nicht auf sich warten: Ziel sei es, sich kreativ mit der eigenen Körperlichkeit auseinanderzusetzen.

AfD korrigiert sich

Die AfD-Landtagsfraktion von Sachsen-Anhalt hat daraufhin laut Bericht der Mitteldeutschen Zeitung Kiesewetter ein Zitat zugeordnet, das dieser jedoch so nie gesagt hat. Die evangelische Kirche sei „völlig am Ende“ und habe nichts mehr mit dem Christentum zu tun. „Ich bin dann nun auch endgültig raus aus dem Laden.“

Kiesewetters Büro habe mehreren Medien bestätigt, dass der Abgeordnete das so nie gesagt habe, auch aus der Kirche sei er nicht ausgetreten, heißt es in dem Bericht. Die AfD-Landtagsfraktion habe daraufhin am Freitagnachmittag eine korrigierte Version der Stellungnahme Kiesewetters versandt. Darin ist der richtige Twitter-Tweet zitiert.