Heidenheim / Michael Brendel Der Verein kann seinen Mitgliedern jetzt auf den Reutenen einen neuen Gymnastikraum bieten.

Angesichts der finanziellen Dimension ein Mut machendes Detail: Rund zweieinhalb Millionen Euro kostet die Generalsanierung der Sporthalle auf den Reutenen, und schon beim Baustart im September vergangenen Jahres mussten die Verantwortlichen nicht erst gut Wetter machen, um die Bedeutung des Vorhabens zu verdeutlichen. Dafür sorgte schon die Spätsommersonne, die den Spatenstich zur schweißtreibenden Angelegenheit werden ließ.

Ein vergleichbares Bild bot sich auch jetzt, zehn Monate später. Wieder bestes Wetter, wieder viele zufriedene Gesichter, wieder die Vereinsarbeit lobende Worte. Grund: Der erste Abschnitt des sogenannten Generalplans Reutenen wurde mit der Übergabe des kleinen Anbaus abgeschlossen, dessen Herzstück ein holzverkleideter und mit einer großen Spiegelfront versehener Gymnastikraum bildet.

Deutlich mehr Fläche

Mit rund 150 Quadratmetern bietet er zweieinhalb mal so viel Fläche wie der alte Spiegelsaal. Zur Verfügung stehen soll er dem SVM-Vorsitzenden Thomas Bassmann zufolge über den Fitness- und Gesundheitssport hinaus auch anderen Abteilungen wie Taekwondo, Sportakrobatik und Tanzsport. Hinzu kommen ein Geräteraum sowie – im Untergeschoss – ein Ballraum und Umkleiden samt Dusche.

Große Hallen seien unabdingbar, sagte Bassmann bei der Einweihungsfeier, doch komme auch kleineren gerade für den Breitensport eine immense Bedeutung zu. Der SVM etwa gewinne durch den Neubau wichtige Entlastung an anderer Stelle.

Jetzt zweiter Bauabschnitt

Und die ist nötig, wenn jetzt der zweite Bauabschnitt mit der Sanierung der Sporthalle einschließlich der sanitären Anlagen beginnt. Um den üblichen Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten, könnte es unumgänglich sein, vorübergehend auf andere Sportstätten in Heidenheim auszuweichen, so Bassmann.

Er setzt bei der Suche nach Lösungen erklärtermaßen auf die bewährte Zusammenarbeit mit dem Rathaus, die sich auch darin zeige, „dass die Unterstützung für den Sport hier viel besser ist als in vielen anderen Städten und Gemeinden“. Die Finanzierung des Vorhabens auf den Reutenen, zu dem auch eine Geschäftsstelle mit Schulungsraum gehört, erfolgt aus städtischen Mitteln, Eigenkapital des SVM sowie Zuschüssen des Württembergischen Landessportbunds (WLSB).

Lob und Tadel für Handwerker

Mit den beauftragten Handwerkern zeigte sich Bassmann „bislang überwiegend sehr zufrieden“. Gleichwohl habe es aus Sicht des Bauherrn auch manche Enttäuschung gegeben – eben wie im Sport und im richtigen Leben auch. Erfreulicherweise sei bei den Arbeiten bisher niemand zu Schaden gekommen.

Der Rückblick kam freilich nicht gänzlich um Zwischenfälle herum, die schlussendlich aber vergleichsweise glimpflich verliefen. So musste gleich zweimal die Feuerwehr anrücken, weil nach dem Verschweißen von Bitumenbahnen Flammen aus dem Dach schlugen. Laut Ralf Streicher vom Ingenieurbüro Fleischer und Streicher verzögerten sich die Bauarbeiten in der Folge um acht Wochen.

Bereicherung für die Stadt

Das Ergebnis kann sich nach Einschätzung von Bürgermeisterin Simone Maiwald gleichwohl sehen lassen. „Sie sind eine wirkliche Bereicherung für unsere Stadt“, sagte sie an die Vereinsspitze gewandt, diene das Projekt doch gleichermaßen der sportlichen Leistung wie der Gesundheitsvorsorge und der Integration. Aus dieser Überzeugung heraus habe der Gemeinderat eine gute Million Euro zur Verfügung gestellt. Was die angesprochenen Probleme angehe, so könne der Verein nun beruhigt in die Zukunft blicken; „Laut Statistik wird in der nächsten Bauphase alles glatt gehen.“

Eine positive Rückmeldung an den WLSB als Geldgeber versprach Sportkreis-Präsident Klaus-Dieter Marx: „Ich bin überwältigt von der freundlichen Optik und habe den Eindruck, dass die Mittel hier sehr gut verwendet werden.“

46 Jahre auf dem Buckel

600000 Mark kostete einst der Bau der fast auf den Tag genau 46 Jahre alten Sporthalle auf den Reutenen. Eingeweiht wurde sie am 20. Juli 1973. 200 000 Mark steuerte seinerzeit die Stadt bei. Die restliche Summe brachte der SVM in Form von Eigenmitteln, Spenden, Arbeitsdiensten und Zuschüssen auf.

Dreieinhalb Jahre lagen zwischen der Fertigstellung und der ursprünglichen Beschlussfassung durch die Hauptversammlung des Sportvereins. Diese datiert vom 10. Januar 1970. Die reine Bauzeit für die 24 mal zwölf Meter große Halle belief sich auf etwas mehr als eineinhalb Jahre. bren