Die Metallarbeitgeber in der Region Ostwürttemberg warnen davor, im Falle eines russischen Gas-Lieferstopps in erster Linie den Unternehmen die Energiezufuhr zu kürzen. „Das würde zu einem wirtschaftlichen Einbruch führen, wie wir ihn in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht erlebt haben“, sagte der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Ostwürttemberg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Markus Kilian, am Dienstag. „Die energieintensive Industrie würde besonders hart getroffen. Massive Arbeitsplatzverluste wären die Folge, die sich auch durch Kurzarbeit nicht mehr auffangen lassen.“

Eher die Heizung zurückdrehen als Arbeitsplätze gefährden

Vor diesem Hintergrund regte Kilian an, darüber nachzudenken, im Falle von Versorgungsengpässen Privathaushalte und Industrie gleich zu behandeln: „Also, dann lieber die Heizung im kommenden Winter etwas zurückdrehen und dafür der Industrie die Chance geben, weiter für Wertschöpfung und gute Arbeit am heimischen Standort zu sorgen.“ Unterm Strich sei es für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber vorteilhafter, wenn die Gas-Kürzungen fair aufgeteilt würden und so möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden könnten.

„Diese Diskussion müssen wir nun offen und ehrlich führen“, sagte der Bezirksgruppen-Geschäftsführer. „Klar ist: Wir werden die aktuellen enormen Herausforderungen als Gesellschaft nur im Schulterschluss bestehen können.“