Lichterketten und Sterne gehören zu Weihnachten wie Lebkuchen und besinnliche Lieder. Normalerweise. In diesem Jahr aber ist vieles anders als sonst. Energiesparen heißt das Gebot der Stunde, und so wird in vielen Kommunen zumindest darüber diskutiert, die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung nicht anzuschalten. In Heidenheim steht eine Entscheidung noch aus.

Ralf Willuth, Fraktionssprecher der Freien Wähler, machte sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats dafür stark, wie bisher zu verfahren. Die erst vor wenigen Jahren angeschaffte städtische Weihnachtsbeleuchtung sei nicht nur geschmackvoll, sie arbeite dank moderner Technik auch sehr energieeffizient.

„Eher symbolische Kosten“

Der finanzielle Aufwand für den Verbrauch liege im dreistelligen Euro-Bereich. „Es entstehen also eher symbolische Kosten“, so Willuth. Er verwies auch auf die emotionale Komponente: Die Weihnachtsbeleuchtung löse ein Gefühl der Wärme und der Vorfreude auf die Weihnachtszeit aus, die auch eine Zeit der Mitmenschlichkeit sei.

Er halte sie „für einen Teil unserer Kultur, und wir sollten uns bewusst machen, ob wir unsere Kultur einem menschen- und völkerrechtsverachtenden Regime opfern wollen.“

Die dafür über mehrere Monate hin aufzuwendende Energie stelle einen Bruchteil dessen dar, was in einer einzigen Nacht für die Heizung des Waldbads benötigt werde. „Das“, so Willuth, „sollten uns unsere Bevölkerung, unsere Innenstadt und unser Einzelhandel wert sein.“

Stellungnahmen anderer Städte werden abgewartet

Oberbürgermeister Michael Salomo entgegnete, innerhalb der Stadtverwaltung sei das Thema noch nicht abschließend bearbeitet worden. Es würden noch die Stellungnahmen anderer Städte abgewartet. Die letztliche Entscheidung sei dann keine Willkür der Stadt, sondern entspreche der gesetzlichen Vorgabe.

Und diese liege in Form der Energieeinsparverordnung auf dem Tisch. Ihr zufolge sei die sogenannte Ambientebeleuchtung, die bestimmte Bereiche in Szene setzt, nur an den Tagen eines Weihnachtsmarkts zulässig. Ob in diesem Punkt noch nachgesteuert werde, sei abzuwarten. „Grundsätzlich aber sollten wir das Recht nicht beugen“, sagte Salomo, der von der Absicht sprach, auch durch Schritte mit geringem Einsparpotenzial die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

Handel will nicht auf Beleuchtung verzichten

Charles Simon, Vorsitzender des Heidenheimer Dienstleistungs- und Handelsvereins, hatte vergangene Woche auch mit Blick auf Aalen, wo an der bisherigen Praxis festgehalten werden soll, gesagt: „Wir Händler wollen auf die Beleuchtung nicht verzichten.“

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