Heidenheim / Silja Kummer Beim Mordprozess gegen ein 26-jähriges Mitglied der Black Jackets sagte am Donnerstag der Präsident der verfeindeten Gruppierung United Tribuns, Cihan O., als Zeuge aus.

Der 28-Jährige war bei der Schießerei am 7. April in der Clichystraße nicht dabei, stand aber in engem Kontakt mit den vier Mitgliedern der United Tribuns, die in einem Friseursalon den 26-jährigen Vizepräsidenten der Black Jackets aufsuchten.

Fünf Mal hat er in der Viertelstunde vor der Tat mit zwei dort anwesenden Mitgliedern seines Clubs telefoniert. „Ich wollte auch dorthin kommen, aber mein Auto war in der Werkstatt“, so der Heidenheimer. Er musste warten, bis seine Frau ihn im Fitnessstudio abholen konnte und kam erst zum Tatort, als die Opfer schon im Krankenwagen versorgt wurden.

Auf Nachfrage des Richters gab er an, er habe bei der Konfrontation im Friseursalon dabei sein wollen, weil ihn interessierte, warum das Auto des späteren 25-jährigem Opfers beschädigt worden war. Im Verdacht hatte er die Black Jackets, im besonderen die des Chapters Riverside, dessen Vizepräsident der 26-jährige Angeklagte war.

Davon, dass der Angeklagte möglicherweise eine Schusswaffe bei sich haben könnte, wollte er noch nie etwas gehört haben, so Zeuge Cihan O. Im Gegensatz dazu stand die Aussage seines Bruders, eines 32-jährigem Autohändlers aus Nattheim. "Alle Welt wusste, dass er eine Waffe hatte", gab der Mann am Tag der Schießerei bei der Polizei zu Protokoll.

Der 32-Jährige, auf dessen Autohandel im Juni 2015 ein Brandanschlag verübt wurde, reklamierte für sich, als großer Bruder Cihan O. sagen zu dürfen, was dieser tun solle. Er selbst sei kein Mitglied bei den United Tribuns, sagte der Mann im Zeugenstand aus. Allerdings war er in verschiedener Hinsicht in die Vorgeschichte der Schießerei verwickelt. So diente er der Polizei als Kontaktperson zu seinem Bruder, dem Präsidenten der United Tribuns. Dieser selbst sagte: "Ich zeige nichts bei der Polizei an, das ist eine Lebenseinstellung von mir."

Nichtsdestotrotz wurde ein 23-jähriger Supporter der Black Jackets, der sich als Aussteiger an die United Tribuns wandte, vom 32-jährigen Bruder des Tribuns-Präsidenten versteckt auf dem Rücksitz seines Autos zur Kripo gefahren. Später soll der 23-Jährige von Cihan O. veranlasst worden sein, die Black Jackets per Whatsapp-Nachrichten zu manipulieren, damit diese wieder einen Brand legen und von der Polizei erwischt werden sollten.

Er soll sogar das Autokennzeichen des 25-jährigen späteren Opfers an den Verräter bei den Black Jackets weitergegeben haben. Cihan O. stritt jedoch ab, dass er einen weiteren Autobrand provozieren wollte.