Das Bevölkerungswachstum im Landkreis Heidenheim setzt sich weiter fort. Dieser Trend hält seit Jahren an und ist ausschließlich auf einen Sachverhalt zurückzuführen: Immer mehr Ausländer ziehen in die Kommunen des Kreises. Das wird einmal mehr aus den Zahlen deutlich, die das Statistische Landesamt regelmäßig veröffentlicht.

Deutlicher Zuwachs

Aus diesen geht hervor, dass am 30. Juni, also zum Ende des zweiten Quartals 2022, insgesamt 134.035 Menschen im Landkreis Heidenheim lebten. Gegenüber dem 30. Juni 2021 ist das ein Zuwachs um 1096 Einwohner. Und auch gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres ist eine Zunahme festzustellen. Binnen eins Vierteljahres stieg die Gesamtbevölkerung um 615 Menschen an.

Ausländer lassen Bevölkerungsanzahl wachsen

Im selben Zeitraum ist auch die Zahl der im Kreis lebenden Ausländer gewachsen und zwar um 761. Daran wird deutlich, dass das Bevölkerungswachstum ausschließlich auf den Zuzug aus dem Ausland zurückzuführen ist. Sicherlich spielt hier der Krieg in der Ukraine eine wichtige Rolle. Denn seit dem Angriff Russlands im Februar sind zahlreiche Flüchtlinge auch in den Landkreis gekommen. Deshalb ist auch gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Menschen ohne deutschen Pass ganz erheblich angestiegen. Im Vorjahresvergleich nämlich erhöhte sich die Zahl der Ausländer Ende Juni um 1853. Die Ausländerquote stieg binnen eines Jahres von 16,4 auf 17,65 Prozent. Unter Strich bedeutet das: würden nicht so viele Ausländer hierher ziehen, würde die Kreisbevölkerung seit Jahren nicht unerheblich schrumpfen.

Mehr Frauen als Männer

Von den 134.035 im Landkreis gemeldeten Einwohnern sind 67.379 weiblich und 66.656 männlich. Gegenüber dem Vorjahr haben Ende des zweiten Quartals bis auf eine Kommune alle Städte und Gemeinden im Landkreis an Bewohnern zugelegt. In der Stadt Heidenheim stieg die Einwohnerzahl um 333 an, hier lebten Ende Juni 49.544 Menschen. Auch Giengen hat einen Anstieg zu verzeichnen und zwar um 155 auf zuletzt 19.899 Einwohner. In Herbrechtingen stieg die Zahl der Einwohner binnen eines Jahres um 168 auf 13.245.

In der Gemeinde Gerstetten waren Ende Juni 11.829 Einwohner registriert, das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 119. In Steinheim stieg die Zahl der Bewohner im selben Zeitraum um 53 auf zuletzt 8808. Königsbronn legte um 35 Einwohner zu, hier lebten zum Stichtag 7074 Menschen. Einen sehr starken Zuwachs hat Sontheim/Brenz zu verzeichnen. Binnen eines Jahres stieg hier die Zahl der Einwohner um 128 auf 5836 an. In Sontheims Nachbargemeinde Niederstotzingen wurden Ende Juni mit 4808 Einwohnern 53 mehr gezählt als im Juni 2021.

Auch Dischingen konnte an Bewohnern zulegen. Lebten hier im Juni vergangenen Jahres noch 4352 Menschen, so waren es Ende des zweiten Quartals 2022 schon 4398, also 42 mehr. In der kleinsten Kommune des Landkreises, in Hermaringen, erhöhte sich die Zahl der Einwohner um 13 auf zuletzt 2277. Die einzige Gemeinde, bei der ein leichter Rückgang um drei Einwohner zu verzeichnen war, ist Nattheim. Hier lebten zum Stichtag 6317 Menschen.

Angesichts des weiter andauernden Kriegs in der Ukraine ist davon auszugehen, dass die Bevölkerungszahlen in diesem Jahr aufgrund der Flüchtlinge weiter anwachsen werden.