Auf Gaskunden der Stadtwerke Heidenheim AG kommt eine Preiserhöhung zu. Zum 1. Januar 2022 sei eine Anpassung der Gaspreise notwendig, teilt das Unternehmen mit. Diese falle aufgrund der vorausschauenden Beschaffungsstrategie der Stadtwerke AG jedoch moderat aus. Hintergrund des Preisanstiegs sind die stark gestiegenen Großhandelspreise sowie der jährlich steigende nationale CO2-Preis auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas.

Für das Jahr 2022 wird der CO2-Preis wie geplant von 25 auf 30 Euro pro Tonne CO2 steigen. Umgerechnet auf eine Kilowattstunde Gas entspricht dies einem Anstieg von 0,091 auf netto 0,546 Cent pro Kilowattstunde. Der von der Bundesregierung zum 1. Januar 2021 eingeführte CO2-Preis soll dabei helfen, die Klimaziele zu erreichen und ist ebenfalls Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung. Im Bundesdurchschnitt liegt der Staatslast-Anteil am Gaspreis aktuell noch bei etwa 33 Prozent.

Gleichzeitig bleiben 2022 die Netzentgelte und die Entgelte für den Messstellenbetrieb vor Ort nahezu unverändert, sie verändern sich für einen Gasbedarf von durchschnittlich 20 000 Kilowattstunden im Jahr nur leicht um netto plus 0,022 Cent pro Kilowattstunde.

Höhere Preise am Gas-Großhandel

In den vergangenen zwölf Monaten sind die Preise am Gas-Großhandel massiv um zeitweise über 5 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Die Ursache für diese Entwicklung ist den Stadtwerken zufolge ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren: Der ungewöhnlich lange Winter und die weltweit gestiegene Nachfrage nach Gas im Zuge der konjunkturellen Erholung nach der Corona-Pandemie spielen hier eine Rolle. „Durch die vorausschauende und langfristige Beschaffungsstrategie der Stadtwerke AG in Teilmengen mit zeitlichem Vorlauf können die Auswirkungen der stark gestiegenen Preise im Gas-Großhandel für Kunden und Kundinnen der Stadtwerke AG gemildert werden“, sagt Stadtwerke-Pressesprecherin Viktoria Liske. Der Energiepreisanteil steigt um netto 1,047 Cent pro Kilowattstunde.

So viel teurer wird Strom und Gas für Kunden der Heidenheimer Stadtwerke:

Im Ergebnis liege die notwendige Gaspreisanpassung bei vergleichsweise moderaten netto 1,160 Cent pro Kilowattstunde und falle daher deutlich geringer aus als es die Preise am Großhandelsmarkt vermuten lassen würden, so Liske weiter. Für einen durchschnittlichen Haushaltsbedarf mit einem Gasverbrauch von 20 000 Kilowattstunden pro Jahr beträgt die Gaspreisanpassung netto monatlich 19,33 Euro bzw. 18,65 Prozent.

Strompreise nur leicht angestiegen

Die Strompreise bleiben bei den Heidenheimer Stadtwerken über den Jahreswechsel hinaus hingegen stabil. Der Strompreis setzt sich aus den drei Hauptpreisbestandteilen Energie, Transport und Staatslasten zusammen. Jährlich zum 1. Januar verändern sich die einzelnen Preisbestandteile. Zum 1. Januar 2022 sinkt die Staatslast – Steuern, Abgaben und Umlagen – um netto -2,63 Cent pro Kilowattstunde. Die Netzentgelte vor Ort verzeichnen im neuen Jahr hingegen einen leichten Anstieg um netto 0,49 Cent pro Kilowattstunde.

Nachdem in den letzten Jahren die Beschaffungskosten für Strom relativ konstant waren, sind die Großhandelspreise in den letzten zwölf Monaten zeitweise um fast 13 Cent pro Kilowattstunde angestiegen, sagt Liske. Dass der Gesamtstrompreis für Kunden und Kundinnen der Stadtwerke AG dennoch stabil gehalten werden kann, liege an der vorausschauenden Teilmengenbeschaffung der Stadtwerke AG mit zeitlichem Vorlauf.

So haben sich die Kundenzahlen entwickelt:


Bundesweit kann die Stadtwerke AG auf die folgenden Kundenzahlen zurückblicken. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 waren es: ca. 26 400 Stromkunden und -kundinnen im Versorgungsgebiet und ca. 20 600 in fremden Netzen sowie ca. 14 100 Gaskunden und -kundinnen im Versorgungsgebiet und ca. 2200 in fremden Netzen.