Das nasse und kühle Frühjahr war eher nicht dazu angetan, Menschen zum dauerhaften Umstieg aufs Rad zu bewegen. Das mag ein Grund sein, weshalb die neue Fahrradgarage beim Heidenheimer Bahnhof bislang erst vergleichsweise schwach belegt ist.

Anhaltend sommerliches Wetter, so die Hoffnung der Stadtverwaltung, könnte daran ebenso etwas ändern wie der deutschlandweite Stadtradeln-Wettbewerb, der in diesem Jahr vom 26. Juni bis zum 16. Juli stattfindet. Organisatoren vor Ort sind der Landkreis, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und die Stadt Heidenheim.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg gibt allen Teilnehmern seine Freude darüber mit auf den Weg, dass sie sowohl etwas Gutes für ihre Gesundheit tun als auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Nebenbei erkundeten sie zudem, „wie sich die Radinfrastruktur in unserer Stadt und im Landkreis stetig weiterentwickelt“, so Ilg.

Er will gemeinsam mit den Koordinatoren möglichst viele dazu bewegen, das klassische Fahrrad, Pedelec oder E-Bike zu nutzen – idealerweise über die dreiwöchige Wettbewerbsdauer hinaus. Ließen viele das Auto stehen, so seine Überlegung, gingen auf der einen Seite die Emissionen im Verkehr zurück.

Offen für Verbesserungsmöglichkeiten

Andererseits offenbarten sich „über die vermehrte Nutzung der Radinfrastruktur deren Stärken und Schwächen“, so Ilg weiter. Daraus könnten neue Ansätze für weitere Verbesserungen entwickelt werden.

Teilnehmen am Stadtradeln können alle, die in der Stadt oder im Kreis Heidenheim wohnen, arbeiten, studieren bzw. hier einem Verein angehören.

Die Anmeldung ist möglich im Internet unter www.stadtradeln.de. Alle zurückgelegten Kilometer können auf einem Erfassungsbogen, im Online-Radelkalender sowie in der Stadtradeln-App festgehalten werden.

Corona zwingt weiterhin zu Abstand

Mit Blick auf Corona raten die Organisatoren von Aktionen ab, bei denen sehr viele Menschen zusammenkommen. Aus diesem Grund gibt es auch weder das traditionelle Auftakt-, noch das Zwischenradeln. Die Entscheidung über einen Termin für den Fahrradtag und die Preisverleihung soll kurzfristig getroffen werden.

Sollten beim Stadtradeln die Zweiräder zwangsläufig möglichst häufig bewegt werden, so spielen parallel nichtsdestotrotz auch sichere und komfortable Abstellmöglichkeiten eine große Rolle. Nicht zuletzt mit Blick auf Pendler, deren Räder in der Vergangenheit des Öfteren mutwillig beschädigt worden waren, hat die Stadt beim Bahnhof eine abschließbare Sammelgarage mit 28 Stellplätzen bauen lassen. Hinzu kommen 28 Einzelboxen, von denen die Hälfte mit einer E-Bike-Ladestation ausgestattet sind.

Buchungen übers Internet möglich

Buchungen für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr sind online möglich unter www.bikeandridebox.de. Wer dort unter dem Menüpunkt „Box suchen & buchen“ den Standtort Heidenheim auswählt, konnte am Donnerstagvormittag feststellen, dass sieben Einzelboxen und vier Plätze in der Sammelgarage belegt waren. Die Nutzungsgebühren lassen sich je nach Standort abfragen.

Die Fahrradgarage hat rund 160 000 Euro gekostet und wurde teilweise mit Mitteln des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes bezahlt. Sie ist Teil des 2015 gestarteten Radverkehrsentwicklungskonzepts der Stadt Heidenheim. Seither sind ca. drei Millionen Euro in unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs geflossen.

Kein Radfahrstreifen bis zur St.-Pöltener-Straße

Vom Tisch sind wohl Überlegungen, den durch eine durchgezogene weiße Linie vom Rest der Fahrbahn getrennten Radfahrstreifen entlang der Bahnhofstraße nicht nur bis zur Rosenstraße zu führen, sondern ihn bis zur St.-Pöltener-Straße zu verlängern.

Der Technik- und Umweltausschuss des Gemeinderats hatte sich im Februar mit einem entsprechenden Vorschlag beschäftigt, der ein gefahrloseres Abbiegen nach links Richtung „Ohr“ ermöglichen sollte. Als Problem wurde damals in der Diskussion der beim aktuellen Zuschnitt nur begrenzt zur Verfügung stehende Platz für eine separate Spur ausgemacht.

Hinzu kamen ein gegenläufiger, die Fahrtrichtung des Radstreifens kreuzender Fuß- und Radweg sowie die Einbindung ins aufeinander abgestimmte Netz der Ampelschaltungen.

Nach einer Prüfung dieser Aspekte kam die Stadtverwaltung zu dem Schluss, dass sich die Idealvorstellung nicht verwirklichen lässt. Die Radfahrer werden sich also zum Linksabbiegen weiterhin in den fließenden Verkehr einordnen müssen – oder aber ohnehin wie bisher schon eine andere Route wählen, wie einige Stadträte aus eigener Erfahrung angemerkt hatten.

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