Heidenheim / Thomas Zeller Im Januar 2018 brannte das Versandgebäude auf dem Heidenheimer Edelmann-Areal aus. Zunächst favorisierte das Unternehmen einen Neubau - der scheint nun aber aus Spargründen vom Tisch zu sein. Wie so manches andere auch.

Nach der überraschenden Trennung von Geschäftsführer Oliver Bruns sind jetzt weitere Details zu den Sparmaßnahmen bei der Firma Edelmann bekannt geworden. Im Interview mit der Heidenheimer Zeitung (erscheint am Montag) stellt der Finanzvorstand Frank Hornung den Bau eines neuen Versandgebäudes „ernsthaft in Frage“.

Im vergangenen Jahr war das alte Versandgebäude bei einem Brand schwer beschädigt worden und ist seitdem nicht mehr nutzbar. Eine Sanierung hätte Kosten in Millionenhöhe verursacht. Deshalb war von Bruns zuletzt ein Neubau favorisiert worden. Hornung geht nun davon aus, dass die Firma den gesamten Komplex vorerst stehenlassen werde.

Der Grund dafür dürfte im aktuellen Sparpaket liegen, das die Firma zurzeit umsetzt. Das beinhaltet unter anderem, das Weihnachtsgeld der Mitarbeiter in drei Tranchen im November, Januar und März auszuzahlen. „Außerdem haben wir die Jubilar-, Renten- und viele Weihnachtsfeiern komplett gestrichen“, sagt Hornung. Auch bei den Reisekosten habe die Firma den Rotstift angesetzt.

Bildergalerie Edelmann-Feuer: Der Tag danach

Edelmann kämpft zurzeit mit hohen Kosten, die für die Sanierung verschiedener Auslandstöchter anfallen. Zuletzt hatte es Gerüchte um Liquiditätsengpässe gegeben, die Hornung aber zurückwies. Der Konzern benötige die Sparmaßnahmen, um einen Puffer für den Umbau der nächsten Monate zu haben.

Das vollständige Interview mit dem Finanzvorstand, Frank Hornung, erscheint am Montag.

Der Faltschachtelhersteller Edelmann-Group hat sich von seinem Geschäftsführer Oliver Bruns getrennt. Bruns Agenda war geprägt von Expansion - sowohl im Management als auch auf dem globalen Markt. Obwohl in der Bilanz ein Minus stand.

Der Heidenheimer Faltschachtelhersteller Edelmann hat sich von seinem CEO Oliver Bruns getrennt.