Das Land Baden-Württemberg plant für die Zeit nach den Sommerferien regelmäßige Corona-Tests in Schulen, Kitas und in der Kindertagspflege. Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus – und der mögliche Anstieg der Infektionszahlen durch Reiserückkehrer nach den Sommerferien, so das baden-württembergische Sozialministerium.

„Lolli“-Test für Schüler in Baden-Württemberg

Am Dienstag wurde die geplante Teststrategie vorgelegt. Diese sieht unter anderem auch die Möglichkeit für die Kommunen im ganzen Land vor, so genannte PCR-Pool-Tests bzw. „Lolli“-Tests durchzuführen, wie sie bereits erfolgreich in einem Freiburger Modellprojekt zum Einsatz kommen. Für die Durchführung der Tests stellt Baden-Württemberg den Kommunen rund 76 Millionen Euro zur Verfügung.

„Der Schulstart nach den Sommerferien soll durch ein umfassendes Testkonzept begleitet werden. Ziel ist es, den erhöhten Eintrag von Infektionen nach dem Ende der Ferien- und Reisezeit aufzufangen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Dienstag in Stuttgart. Derzeit gebe es zwar kaum Neuinfektionen und die Impfkampagne laufe auch auf Hochtouren, doch die Delta-Variante bereite der Politik Sorgen, so Lucha.

Hinzu komme, dass viele Kinder und Jugendliche im Herbst noch nicht geimpft sind. Darum sollen die Corona-Tests an den Schulen und Kitas auch im Herbst fortgeführt werden.

Die Schulträger können dabei entscheiden, ob sie „Lolli“-Tests auf Kosten des Landes verwenden oder anderweitig Antigen-Tests beziehen. Beide Testarten bieten Vor- und Nachteile. Während bei den Antigen-Tests die Ergebnisse sofort vorliegen, kommt bei den „Lolli“-Tests eine zeitaufwändige Laboruntersuchung dazu, sowie Logistik und eventuelle Nachtestungen bei positivem Ergebnis.

Der Vorteil: Bei der PCR-basierten Diagnostik der „Lolli“-Tests können Virusvarianten festgestellt werden – ein Thema, das laut dem Sozialministerium in den kommenden Monaten an Bedeutung gewinnen werde.