Das Reinheitgebot aus dem Jahr 1516 legt fest, dass für das Brauen von Bier in Deutschland ausschließlich die Verwendung der Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gestattet ist. Reines Trinkwasser, wie es in Deutschland vorhanden ist, ist dabei für die Braubranche von elementarer Bedeutung.

Brauer gegen Fracking

Deshalb lehnt die mittelständische Brauwirtschaft den Einsatz der sogenannten Fracking-Technologie, mit der Erdgas oder Erdöl aus Gesteinsschichten gewonnen werden kann, und die hierbei vorgesehenen gesetzlichen Regelungen grundsätzlich ab. Die Brauwirtschaft glaubt, dass beim Fracking Risiken für das Grundwasser nicht vollständig ausgeschlossen werden können. „Wir sind der Auffassung, dass die Fracking-Technologie auch unter energiepolitischen Gesichtspunkten in keinem Verhältnis zu den von ihrem Einsatz ausgehenden möglichen Risiken und Gefahren für den für unsere Branche so wichtigen Rohstoff Wasser steht“, erklärt Brauereichef Christoph Hald. Erfahrungen aus anderen Ländern wie den USA oder Kanada haben gezeigt, dass die Fracking-Technologie letztendlich zu einer Verunreinigung von Grund- und Trinkwasser durch die in ihrem Zusammenhang eingesetzten Chemikalien führen kann und also nicht voll beherrschbar ist. Deshalb lehnen die mittelständischen Brauereien in Deutschland Fracking grundsätzlich ab und halten auch den von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Risikominimierung bei den Verfahren der Fracking-Technologie nicht für ausreichend.

Plädoyer fürs Reinheitsgebot

Mit einer Kronenkorken-Aktion auf den Trinkflaschen mit der Aufschrift „Nein zu Fracking“ wollen mittelständische Brauereien die Öffentlichkeit und den Verbraucher für die Thematik sensibilisieren und ein klares Zeichen gegen den Einsatz der Fracking-Technologie in Deutschland setzen. „Wir haben in Deutschland höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards für unsere reinen Braurohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Dies soll auch im Jahr des 500jährigen Jubiläums des Reinheitsgebotes für Bier und in Zukunft so bleiben“, unterstrich Christoph Hald. Deshalb „Nein zu Fracking!“.