Bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen bestätigte man auf Anfrage Medienberichte, wonach sich bei der ermittlungsführenden Behörde ein Zeuge gemeldet hat, der vorgibt, einen entscheidenden Fingerzeig geben und die Polizei endlich auf die ersehnte heiße Spur führen zu können. Presse-Staatsanwalt Jens Weise formulierte es so: „Er hat mitgeteilt, dass er sachdienliche Hinweise geben kann, die möglicherweise zum Täter führen können“ – wobei er offenbar von zwei Tätern spricht.

Den Kontakt mit den Ellwanger Ermittlern hat der Mann erst vor kurzem aufgenommen. An nähere und belastbare Informationen zu kommen, wird für die Soko „Flagge“ jedoch nicht einfach sein, da sich der Zeuge in den Niederlanden aufhält und an das weitere Vorgehen eine Bedingung knüpft. So hat er erklärt, nur dann in Deutschland zu einer Aussage bereit zu sein, wenn man hier Bereitschaft zeigt, ihm beim Strafmaß in einem laufenden Untreue-Verfahren entgegenzukommen.

Ist ein solcher Deal überhaupt denkbar? Aus Sicht der Ellwanger Behörde ist das derzeit nicht zu sagen. Ob man Zusagen in einem anderen Strafverfahren machen kann, dessen Zuständigkeit zudem außerhalb des eigenen Bezirks liegt, müsste erst geprüft werden, heißt es in Ellwangen.