Heidenheim / Karin Fuchs Die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier will diese Woche ein fraktionsübergreifendes Bündnis gründen.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises ist seit Jahren im Verein „Sisters für den Ausstieg aus der Prostitution“ aktiv, deren zweite Vorsitzende sie ist. Breymaier ist überzeugt: „Prostitution ist nicht mit Menschenrechten vereinbar.“ Diese Woche nun will sie gemeinsam mit dem CDU-Kollegen Frank Heinrich einen fraktionsübergreifenden Parlamentskreis ins Leben rufen unter dem Titel „Prostitution überwinden“. Dazu hätten sie eine Reihe von Abgeordneter verschiedener Fraktionen eingeladen, so Breymaier.

Vorbild Frankreich

Warum jetzt? Momentan sei Dynamik im Thema Prostitution, sagt Breymaier. Sie verweist auf ein aktuelles Urteil gegen den Betreiber eines Bordells in Stuttgart wegen Beihilfe zu Menschenhandel, das viel Aufsehen erregt habe. Zudem fand im März in Mainz der „Weltkongress Prostitution“ gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen statt mit großem Echo.

Loverboy-Methode

Breymaier verweist auf Frankreich, wo mit zwei Abgeordneten die Bestrafung von Freiern ebenfalls ihren Anfang genommen habe. Über den langen Weg dorthin habe bei einem parlamentarischen Abend die ehemalige französische Frauenrechtsministerin berichtet. Nicht zuletzt habe auch eine Sendung bei Aktenzeichen XY aufgerüttelt, wo eine Aussteigerin über die sogenannte Loverboy-Methode berichtete. Leni Breymaier hat sich über die Situation verschleppter Frauen bei einer Reise in die Republik Moldau ein Bild gemacht: „Die Länder haben kein Interesse, dass ihre Frauen bei uns in Bordellen landen.“

Ihre Forderung: Ein Sexkaufverbot nach dem nordischen Modell: Nicht die Prostituierten werden bestraft, sondern die Freier. In Schweden gelte das seit 20 Jahren. Kritiker halten dagegen, dass dann Prostitution in die Illegalität verschwinde. Breymaier hält dagegen: „Wenn der Freier die Prostituierte findet, dann findet sie auch die Polizei.“ Prostitution finde meist in einem hochkriminellen Milieu statt. „Jeder Tag, an dem Frauen ausgebeutet werden, ist einer zu viel.“