Sebastian Lege ist als Produktentwickler in der Lebensmittelindustrie tätig. Der 42-Jährige erklärt seit 2012 im ZDF und auf Youtube Tricks der Lebensmittelindustrie, indem er bekannte Produkte nachbaut. Sein Rat: Nicht schlauer als die Natur sein und am besten Lebensmittel aus der Umgebung passend zur Jahreszeit kaufen. Beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln gilt: Je weniger Inhaltsstoffe, desto hochwertiger.

Wie uns die Industrie mit hoch verarbeiteten, industriell gefertigten Lebensmittel austrickst - drei Beispiele:

Vanille-Aroma aus Holzbestandteil

Viele Lebensmittel schmecken nach Vanille. Doch in den wenigsten findet sich die Schote. Über 90 Prozent des Vanillins wird laut dem Deutschen Lebensmittelverband künstlich hergestellt.

Sieht aus wie Vanille und schmeckt nach Vanille – doch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln ist von echter Vanille keine Spur zu finden.
Sieht aus wie Vanille und schmeckt nach Vanille – doch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln ist von echter Vanille keine Spur zu finden.
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Dieser Aromastoff wird häufig aus Lignin gewonnen, das bei der Papierproduktion anfällt. Aus einer Tonne des Holzbestandteils lassen sich laut Netzwerk Bioökonomie Baden-Württemberg drei Kilo synthetisches Vanillin herstellen. Echte Vanille ist als Bourbonvanille oder natürliches Vanillearoma deklariert.

Gepresster Fisch in Garnelen

Surimi klingt nach einer Sushi-Variante. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich jedoch mithilfe von Hühnereiweiß und Zusatzstoffen in Form gebrachtes Fischmuskeleiweiß.

Sieht wie Sushi aus und klingt auch so – doch eigentlich enthält Surimi noch nicht einmal Fisch.
Sieht wie Sushi aus und klingt auch so – doch eigentlich enthält Surimi noch nicht einmal Fisch.
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Dieser Ersatzstoff erhält durch künstliche Aromen etwa den Geschmack von Garnelenfleisch. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof entschied, dass etwa ein Anteil von 20 Prozent Surimi in einer Meeresfrüchte-Mischung ausgewiesen werden muss, da die Bezeichnung die Art des Lebensmittels erkennen lassen muss.

Weizenbrot im Vollkorn-Look

Um Weizensemmel gesünder zu präsentieren und im Vergleich zur Herstellung von Vollkornbrötchen Geld zu sparen, greifen Produzenten auf Gerstenmalz-Extrakt zurück. Der färbt das Weizenmehl dunkel und verleiht ihm so das Aussehen von Vollkornmehl.

Sieht gesund aus – ist es aber in Wahrheit nicht: Gefärbtes Weizenbrot im Vollkorn-Look.
Sieht gesund aus – ist es aber in Wahrheit nicht: Gefärbtes Weizenbrot im Vollkorn-Look.
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Häufig ist die Ware mit den Attributen vital, fit oder rustikal versehen.

Laut Verbraucherzentrale dürfen Backwaren nur als Vollkornware verkauft werden, wenn sie mehr als 50 Prozent Vollkornmehl enthalten.

Worauf man beim Kauf von Lebensmitteln achten sollte und warum wir im Supermarkt anfangen müsse, umzudenken, erklärt Sebastian Lege im Interview:

„Man ist, was man isst“: Jetzt alle Teile der Serie rund um Essen und Ernährung lesen.

Landkreis Heidenheim