Heute feiern Artur und Mathilde Wiest ihre diamantene Hochzeit. Denn am 13. Oktober vor genau 60 Jahren standen die beiden im Standesamt in Nowosibirsk in Russland und ließen sich trauen. Doch das war so eigentlich gar nicht geplant. „Wir waren spazieren, vor dem Rathaus blieb ich stehen und fragte sie ganz spontan, ob wir nicht heiraten wollen“, erzählt Artur Wiest.

Er ist am 1. Oktober 1939, seine Frau Mathilde, geborene Serr, am 17. Oktober 1938 in Odessa in der Ukraine geboren. Während des Krieges wurden sie als Kinder deutscher Auswanderer mehrfach deportiert. 1943 wurden sie so in Polen einquartiert, dann nach Deutschland gebracht und nach dem Krieg brachten die Russen sie wieder zurück in ihre Heimat.

Eine spontane Hochzeit

1958 lernten sich die beiden dann in Nowosibirsk kennen. Das Glück währte jedoch nicht lange: Artur Wiest wurde zur Armee einberufen. Zwei Jahre schrieben sie sich regelmäßig Briefe. „Die Liebe war groß“, erzählt Artur Wiest. Während einer seiner Urlaube haben die beiden dann spontan geheiratet.

1976 bekamen sie die Genehmigung zur Ausreise in die ehemalige DDR und 1983 wurde ihnen die Einreise in die Bundesrepublik genehmigt. In einem Aufnahmelager in Mannheim fand Artur Wiest, der in Russland eine Ausbildung zum Elektriker absolvierte, Arbeit. Ein Teil dieser Firma zog nach Heidenheim und mit ihr Artur Wiest und Ehefrau Mathilde. „So hat uns das Schicksal 1984 nach Heidenheim gebracht“, sagt Artur Wiest. Anschließend waren die beiden 19 Jahre lang bei der Industriewäscherei Boco angestellt.

Gemeinsam das Leben genießen

„Und jetzt sind wir faule Rentner“, sagt Artur Wiest und schmunzelt. „Wir genießen unser gemeinsames Leben und machen viel Balkon- und Couchurlaub.“ Drei Söhne und acht Enkel haben die beiden.