Zum Beitrag „Lehrermangel an den Grundschulen“ vom 30. Juli äußert sich der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete, Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch: „Es stimmt: Auf der Ostalb fehlen viele Lehrerinnen und Lehrer, das höre ich aus vielen Schulen. Genauso höre ich es aber aus Oberschwaben und aus Hohenlohe, aus dem Main-Tauber-Kreis und dem Schwarzwald.“ Der Mangel an Lehrkräften sei kein Heidenheimer Problem, sondern ein Problem des ganzen Landes, und es stehe zu befürchten, dass im neuen Schuljahr Ausfälle wie noch nie zuvor erlebt werden.

Standortwerbung reicht nicht aus

„Dagegen sollte die Landesregierung mehr unternehmen als merkwürdige Versuche der Standortwerbung: Welche Lehrkräfte sollen sich in Heidenheim bewerben, wenn es gar keine Lehrkräfte gibt? Und warum gerade in Heidenheim, wenn das Ministerium in exakt gleicher Weise für viele andere Regionen wirbt, in denen der Mangel genauso offensichtlich ist?“, sagt der Abgeordnete. Diese Appelle würden in keiner Weise gegen den Mangel an Lehrerinnen und Lehrern helfen.

Zu wenig Geld für Überwindung der Corona-Folgen

Der Mangel liege an einer verfehlten Ausbildungs- und Einstellungspolitik, an mangelnden Anreizen für Stellen an Grundschulen und für Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Deputate nicht absenken. Und immer wieder fehle es am Verständnis für die Dimensionen des Problems, sagt Stoch: „Für die Überwindung der Corona-Folgen an den Schulen will das Land Baden-Württemberg 30 Euro pro Schüler zusätzlich ausgeben, das ist eine Nachhilfestunde. Die Niederlande sind nur ungefähr eineinhalb Mal so groß wie Baden-Württemberg, dort fließen wegen Corona acht Milliarden Euro mehr in die Schulen. Wäre Heidenheim ein Teil der Niederlande, gäbe es hier keinen Mangel, wetten?“