Heidenheim / bren Im Februar fegte Sturm Sabine auch über den Heidenheimer Schlossberg hinweg. Fachleute haben jetzt die dabei am Schloss entstandenen Schäden ausgebessert. Die Arbeiten waren nichts für schwache Nerven.

Nachdem Sturm Sabine sich aus dem Staub gemacht hatte, blieben beschädigte Turmspitzen und Wetterfahnen – vom Logo der Stadt bekannt – auf dem an mehreren Stellen abgedeckten Dach von Schloss Hellenstein zurück. Sie sind repariert und wieder an Ort und Stelle.

Das Gmünder Amt des Landesbetriebs Vermögen und Bau ist für den Bauunterhalt sowie die Sicherung und Verwaltung des dem Land gehörenden Schlosses zuständig. Es veranlasste deshalb sogleich die Bergung der Spitzen und metallenen Wetterfahnen, um weitere Schäden zu vermeiden, wie Amtsleiter Stefan Horrer mitteilt.

Arbeiten am Seil in luftiger Höhe

Alle nachfolgenden Arbeiten auf der Dachfläche und den Turmspitzen führten mit einem Seil gesicherte Fachleute aus. Lediglich für die Kirchturmspitze war ein Behelfsgerüst erforderlich.

Teilweise waren die als Kern der Spitzen fungierenden Eichenhölzer gebrochen, teils die Metallunterkonstruktion verbogen, und dadurch die Drehachse blockiert. Falls sich die Wetterfahnen nicht aus dem Wind drehen können, zerstört bei einem Sturm der Druck die Unterkonstruktion.

Auflagen des Denkmalschutzes wurden berücksichtigt

Spitzen und Wetterfahnen wurden sorgsam zerlegt, Zerstörtes ergänzt, Erhaltenswertes wiederhergestellt – ganz im Sinn des Denkmalschutzes. Nicht wieder Verwendbares archivierte die Stadt Heidenheim.

In die Kugel zwischen Kirchturm und Wetterfahne wurde alter Tradition verpflichtet eine Hülse mit zeitgeschichtlichen Dokumenten eingelegt. Darin enthalten sind eine druckfrische Heidenheimer Zeitung sowie Anmerkungen zur Zeitgeschichte und den aktuellen Bautätigkeiten auf dem Schloss.

Darüber hinaus findet sich in der Turmspitze als „Flaschenpost“ für künftige Generationen auch eine Mund-Nasen-Maske mit einer Erklärung zur Corona-Pandemie.

Vor orkanartigen Windstärken warnte der Deutsche Wetterdienst auch im Landkreis Heidenheim. Ein Blick auf die Wetterstation verrät, wie stark der Wind tatsächlich war.

In der Nacht auf Dienstag wehte örtlich erneut kräftiger Wind. In Heidenheim entstanden dadurch größere Schäden als durch Sturm „Sabine“ selbst. Auch der Schnee machte sich im Verkehr bemerkbar.