Im Kampf gegen weggeworfene Zigarettenkippen setzt die Stadtverwaltung jetzt auf Getränkegutscheine: Bürger, die Müll einsammeln, werden mit einem Getränk im Winterdorf belohnt. Die Aktion läuft noch bis zum 30. November.

Wer an der Aktion teilnehmen möchte, holt sich eine leere Flasche bei der Tourist-Information ab. Anschließend sammelt man darin Zigaretten von der Straße. Die volle Flasche gibt man in der Tourist-Information zurück und erhält daraufhin einen Getränkegutschein für das Herbst-Winterdorf. Die Aktion findet im Rahmen der Heidenheimer „Schluss mit schmutzig“-Kampagne statt.

Aktion mit Humor

Bierernst gemeint ist die Aktion offenbar nicht: „Wir möchten auch mit Humor auf das Thema saubere Innenstadt hinweisen“, sagt der städtische Pressesprecher Wolfgang Heinecker. Natürlich habe man sich im Vorfeld überlegt, dass besonders gewitzte Zeitgenossen die Flasche auch mit dem Inhalt des heimischen Aschenbechers füllen könnten. „Wir nehmen das in Kauf, wenn sich jemand so überhaupt nicht geniert“, sagt Heinecker. Ziel der Aktion sei es, überhaupt ein Problembewusstsein zu wecken.

Im August hatte die Stadtverwaltung beschlossen, das Bußgeld für eine weggeworfenen Zigarette auf 55 Euro zu erhöhen. Kontrolliert wird dies vom kommunalen Ordnungsdienst. Das Bußgeld bezahlen muss man natürlich auch, wenn man Essensreste, Kaffeebecher oder Kaugummis einfach die Straße fallen lässt. Noch teurer wird das Wegwerfen von scharfkantigen, ätzenden und schneidenden Gegenständen, wozu auch Glasflaschen gehören. Dafür können zwischen 100 und 800 Euro fällig werden.

Zu viel Müll landet auf der Straße

Hintergrund für die „Schluss mit schmutzig“-Kampagne ist die Tatsache, dass die Mitarbeiter der Städtischen Betriebe im vergangenen Jahr rund 80 Tonnen Müll im öffentlichen Raum aufgesammelt haben. Das entspricht in etwa der Hälfte der Menge, die darüber hinaus noch aus öffentlichen Abfalleimern entsorgt wurde.

Ende September fand zudem ein Aktionstag gegen Dreck und Kippen statt, bei dem sich 42 freiwillige Helfer einfanden, die in der Innenstadt Müll einsammelten.