Damit die Stadtentwicklung vorangeht, bekommt Heidenheim Geld von Bund und Ländern. Neben den Sanierungsgebieten „Oststadt“ und „Ploucquet-Areal“, läuft auch im Gebiet „Schnaitheim-Hagen“ die Stadtentwicklung auf Hochtouren.

Im Hagen wurden bisher 3,4  Millionen Euro Finanzhilfen bewilligt, der Förderrahmen beträgt rund 5,7 Millionen Euro. Es seien also noch über zwei Millionen Euro verfügbar, teilt die Stadt mit. Die wesentlichen Ziele im Sanierungsgebiet sind die Beseitigung der vorhandenen Substanz- und Funktionsmängel, die Neustrukturierung und Umnutzung baulich vorgenutzter Flächen für den Wohnungsneubau, die Modernisierung und Instandsetzung privater Gebäude vor allem unter energetischen Gesichtspunkten, Umgestaltungen von Straßen und Plätzen und der Erhalt denkmalpflegerisch wertvoller Bausubstanz.

Neuer Wohnraum und Platz

Diese Ziele sind in Schnaitheim zum Teil schon erreicht worden: So wurde der Fußgängersteg über den Bahngleisen abgerissen und soll in naher Zukunft erneuert werden, das Areal der ehemaligen Zigarrenfabrik Schäfer und die Freifläche westlich der Bahnschiene sollen neu gestaltet werden, dabei soll auch neuer Wohnraum entstehen.

Eine zentrale Maßnahme im Sanierungsgebiet ist der umgestaltete Platz am Fischerweg, der den neuen Mittelpunkt im Gebiet bildet und zukünftig für Veranstaltungen und Feste genutzt werden wird. In einer umfangreichen Straßenbaumaßnahme wurde außerdem die Fabrikstraße umgestaltet. Diese kommunalen Maßnahmen kommen allen Bewohnern und Besuchern von Schnaitheim-Hagen zugute.

Doch auch jeder einzelne private Eigentümer im Gebiet hat die Möglichkeit, von den Mitteln aus der Städtebauförderung zu profitieren. Es wurden bereits der Abbruch eines Gebäudes und sechs private Modernisierungsmaßnahmen gefördert, die zur Wertsteigerung der Immobilien und zur Aufwertung des Ortsbildes beitragen. Drei weitere Gebäude werden momentan modernisiert.

Zuschuss vor allem für Dach, Fassade, Fenster, Türen

Die Eigentümer profitieren von einem finanziellen Zuschuss, insbesondere für die energetische und außenwirksame Erneuerung des Gebäudes wie Dach, Fassade, Fenster und Türen. Aber auch Maßnahmen zur Verbesserung des baulichen Zustandes im Innenbereich, wie sanitäre Anlagen, Elektroinstallationen oder die Verbesserung von Wohnungsgrundrissen wurden bereits gefördert.

Eigentümer nutzen unter anderem den Austausch ineffizienter, veralteter Heizungsanlagen um ihre Energiekosten zu senken. So hat etwa Herr Landsiedel, Eigentümer eines Hauses in Schnaitheim-Hagen, in seinem Haus unter anderem die Heizungsanlage sowie alle Fenster erneuert. Auch das Dach wurde neu gedämmt und eingedeckt, die Fassade neu gestrichen und die Innenräume renoviert.

Ohne die Fördermittel von Bund, Land und der Stadt Heidenheim hätte er vermutlich auf jene Maßnahmen verzichtet hätte, die nicht unmittelbar zum Wohnen erforderlich gewesen wären, so Landsiedel. Jetzt wohne er aber in einem rundum modernisierten Haus, in dem er sich die nächsten Jahrzehnte wohlfühlen könne. „Ich würde jedem empfehlen, sich zu informieren und die Möglichkeiten auszuloten, denn im Prinzip kann man dabei nichts verlieren“, sagt Landsiedel.

Vertrag zwischen Eigentümer und der Stadt Heidenheim

Dabei ist der zusätzliche Aufwand für die Eigentümer gering. Vor Beginn der Sanierung wird ein Vertrag zwischen dem Eigentümer und der Stadt Heidenheim geschlossen und vereinbart, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Auch der Umsetzungszeitraum und der maximale Förderbetrag werden geregelt. Für die Sanierung ist der Eigentümer selbst verantwortlich. Die Fördermittel werden dabei je nach Umfang der Maßnahme in Raten oder nach Abschluss der Sanierung ausgezahlt.

Belege aufbewahren und einreichen

Wichtig sei, so Eigentümer Landsiedel, dass man Belege über Materiallieferungen und Handwerkerrechnungen aufbewahre und einreiche. Während der Sanierung stehen den Eigentümern bei der Stadt Heidenheim und beim Sanierungsträger Wüstenrot Haus- und Städtebau (WHS) durchgehend Ansprechpartner zur Verfügung.

Auch Familie Abboud, ebenfalls private Eigentümer im Sanierungsgebiet „Schnaitheim-Hagen“, hat von den Fördermitteln profitiert. Sie wurde von Seiten der Stadt im Vorfeld der Sanierung über das geplante Sanierungsgebiet informiert. Mit den Modernisierungsarbeiten an Dach und Fassade haben sie dann extra gewartet, bis der Zuschuss sicher war. Die Ersparnis sei eine super Sache, reflektiert Frau Abboud. Dabei konnte sich die Familie über eine Förderung von 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten freuen.

Dieser Fördersatz gilt in „Schnaitheim-Hagen“ für alle förderfähigen Sanierungsmaßnahmen, wobei der Zuschuss im Regelfall auf 30 000 Euro begrenzt ist.

Fahrradstraße, Fußgängersteg, Fischerweg Was sich auf der Baustelle rund um den Schnaitheimer Bahnhof tut

Heidenheim

Fördermittel sind noch verfügbar


Die Sanierungsmaßnahme in „Schnaitheim-Hagen“ läuft voraussichtlich bis 30. April 2024. Eigentümer können noch bis Anfang 2023 die Chance nutzen und sich bei der Stadt Heidenheim oder dem Sanierungsträger über die Möglichkeiten eines Zuschusses und der erhöhten steuerlichen Abschreibung informieren.