Heidenheim / Klaus-Dieter Kirschner Der scheidende DRK-Präsident Albert Tränkle hatte für die rund 300 Ehrenamtlichen einige Neuigkeiten parat, unter anderem den Einweihungstermin für den Neubau.

Gleich drei gute Nachrichten hatte der Präsident des Rotkreuz-Kreisverbandes, Albert Tränkle, am Sonntag beim Neujahrsempfang in der Mergelstetter Zoeppritzhalle: Der voriges Jahr am 1. April mit einem Spatenstich begonnene Erweiterungsbau am Rettungszentrum auf dem Schlossberg befindet sich im Endausbau und etwas vor dem Zeitplan. Die hochgerechneten Baukosten von 2,5 Millionen Euro werden nicht überschritten. Die Fahrzeughalle samt Neubau für Rotkreuzkräfte in Bereitschaft wird am 8. Mai eingeweiht. Am 10. Mai (Muttertag) ist Tag der offenen Tür.

Noch schneller am Unfallort

Die 300 Anwesenden spendeten für diese Ankündigung langen Beifall. Eine weitere Überraschung hatte Kreisverbandsarzt Dr. Bernhard Konyen mitgebracht. Knapp 2500 Einsätze fuhren im vergangenen Jahr die Helfer-vor-Ort-Gruppen. Um noch effektiver – vor allem bei Reanimationen – helfen zu können, wird der Alarm per Whats-App künftig auch die Personen über Handyortung erreichen, die in der Nähe eines Unfall- oder Einsatzortes sind. Mit dem Alarm würden die Rotkreuzangehörigen sogar zu einem der nächsterreichbaren Defi-Standorte gelotst. Für diese neue Form der Alarmierung nimmt das DRK 40 000 Euro in die Hand. Außerdem seien weitere Aktivitäten in Planung, um noch mehr Bürger für eine spontane Herz-Lungen-Wiederbelebung fit zu machen.

In seinem Jahresbericht erwähnte Albert Tränkle, die regen Kontakte zur Politik, um diese für die Anliegen des DRK zu sensibilisieren. Den Kreisverband mit 600 ehrenamtlichen und 350 hauptberuflichen Kräften im Rettungsdienst und 370 Personen im Pflegedienst galt des Redners hohe Anerkennung. Allerdings sorge sich das Rote Kreuz im Blick auf den Nachwuchs. Eine Arbeitsgruppe „quer aus allen Organisationen“ arbeite an einer Lösung der Probleme.

Große Lösung Gerstetten

In der zwölfjährigen Amtszeit Tränkles wurden die Rettungswachen in Giengen und Heidenheim ausgebaut. Für Gerstetten, wo ein Rettungswagen und die Mannschaft in einem Provisorium untergebracht sind, sei die große Lösung als Ziel vor Augen: In einem Neubau sollen DRK, Feuerwehr und die Polizei samt Fuhrpark unterkommen. Tränkle kündigte „eine Vorzeigeeinrichtung“ an und würdigte die Gemeinde Gerstetten und in Abwesenheit Bürgermeister Roland Polaschek, dass die DRK-Helfer den Feuerwehrleuten gleichgestellt würden und für die Einsätze eine entsprechende Entschädigung bekommen.

Youtube Neujahrsempfang beim Roten Kreuz

Im Bereich Pflege sprach Tränkle von „voller Auslastung“ und davon, dass die mobile Pflege prima nachgefragt und noch weiter ausgebaut werde. Die Zahl der Auszubildenden wurde in dem Bereich auf 40 erhöht. Ein weiteres Altenhilfezentrum werde in der Heidenheimer Oststadt verwirklicht. Außerdem plane man ein großes Seniorenzentrum mit integrierten Altenwohnungen und Wohnungen für die Pflegekräfte. Details mochte wegen des frühen Stadiums der Verhandlungen Albert Tränkle nicht verraten.

Politiker sichern Unterstützung zu

Landrat Peter Polta nannte das Rote Kreuz in seinem Grußwort „einen sehr wichtigen, unverzichtbaren Partner, bei dem der Mensch absolut im Mittelpunkt steht“. Polta sicherte „die Unterstützung des Landkreises auch für die Gerstetter Pläne zu.

„Wer junge Leute für das Ehrenamt begeistern will, muss Menschlichkeit pur vermitteln“, war die zentrale Botschaft des CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter. Er äußerte sich begeistert von der Arbeit, die Albert Tränkle und sein ganzes Team seit zwölf Jahren leisten. Die neuerdings auf de Markt gebrachte Rettungsdose freut Kiesewetter, der prophezeite: „Kleine Hilfen haben oft große Wirkung.“

„Wir brauchen solche Menschen wie Sie, die Sicherheit geben all denen, die Hilfe brauchen“, betonte Andreas Stoch, der SPD-Fraktionschef im Stuttgarter Landtag. Er sei sehr stolz, dass man die Zeichen erkannt habe und auf Zusammenarbeit der Rettungsdienste aus Ulm und Heidenheim setze und bei der Einhaltung der Hilfsfristen mit an der Landesspitze stehe. Seine volle Unterstützung für das Rote Kreuz sicherte der grüne Landtagsabgeordnete Martin Grath zu. Es stünden genug Themen an angesichts der Tatsache, dass die Leute immer älter würden und dann besondere Zuwendung bräuchten.

Schließlich stellte sich der neue AOK-Chef Hans-Joachim Seuferlein vor. Die stellvertretende Präsidentin des Landesverbands, Renate Kottke würdigte die Arbeit im Kreisverbands als vorbildlich, zeigte sich beeindruckt von der Leistungsbilanz und dankte all den Arbeitgebern, die „im Alarmfall ihre Beschäftigten zum Einsatz losrennen lassen“.

Auf dem Schlossberg wird eine neue Wache fürs Deutsche Rote Kreuz gebaut. Der Rohbau ist bereits fertig.

Blumen und Urkunden für die Jubilare

Der Rotkreuz-Kreisverband wird von rund 8500 fördernden Mitgliedern getragen. 600 Rotkreuzler sind ehrenamtlich im Sanitäts- oder Pflegedienst anzutreffen. 370 Personen sind im Pflegedienst tätig und 350 sind im Rettungsdienst unterwegs – die Kreisgrenzen übergreifend im Bereich Ulm und Heidenheim.

Für 25 Jahre Dienst aus dem Bereich des Ehrenamts und der Bereitschaften wurden geehrt: Angela Böhm (Nattheim), Rainer Elsenhans (Heidenheim) Sandra Graf (Hürben), Bernd Kröner (Niederstotzingen), Katja Kübler (Burgberg), Senta Müller (Bissingen), Beate Rapp (Söhnstetten), Birgit Seeberger (Dischingen) und Birgit Zeiss (Hermaringen).

Vor 40 Jahren begannen den Dienst am Mitmenschen: Irmgard Amslinger (Dischingen), Babette Baier, Silke Baier (beide Hürben), Dietmar Batari, Armin Fritsche, Rudi Fritsche (alle Bergwacht Herbrechtingen), Kurt Ganzenmiller (Mergelstetten), Werner Jooß (Bergwacht Herbrechtingen), Marliese Krüger, Rolf Krüger (beide Dischingen), Armin Leber (Heuchlingen/Dettingen), Marianne Ott (Dischingen), Önder Schmid, Lieselotte Schmid (beide Herbrechtingen) Marion Steinat (Heuchlingen/Dettingen) und Ralf Thorwart (Giengen).

Das Leistungsabzeichen in Gold schmückt: Mathias Brodbeck, Rosemarie Eigner, Andreas Häußler, Lukas Schiller, Nadine Thorwart und Ralf Thorwart, die alle für Giengen starteten. Für Niederstotzingen erfüllten die Wettkampfbedingungen: Daniela Binder, Juno Flechtner, Saskia Hartmann, Manuel Kerler, Markus Kronau, Miriam Staudenmaier und Kai Willer.