Heidenheim/Ulm / Erwin bachmann Dass sie gut zusammenpassen, steht für beide Partner außer Frage. Das Zusammenkommen ist jedoch eindeutig schwieriger: Zuletzt stand die Fusion der Rot-Kreuz-Rettungsdienste Heidenheim und Ulm gar auf der Kippe – doch jetzt zeichnet sich allem Anschein nach so etwas wie eine Wende ab.

„Wir sind auf einem guten Weg.“ Albert Tränkle atmet hörbar auf, und dies am wenigsten deshalb, weil der Heidenheimer DRK-Präsident noch vor wenigen Monaten die Zukunft seines ehrenamtlichen Wirkens im Roten Kreuz vom Zustandekommen des Zusammenschlusses beider jetzt noch selbstständigen Rettungsdienst-Einheiten abhängig gemacht hatte. Die Erleichterung wurzelt vielmehr in der Sache selbst, verknüpft er die angepeilte Verschmelzung doch mit nicht weniger als der Zukunftsfähigkeit beider Rettungsdienste.

Deren Geduld wird seit nunmehr bereits gut zwei Jahren auf eine harte Probe gestellt. Längst nämlich liegen die Verträge fix und fertig auf dem Tisch, können aber nicht unterschrieben werden, weil ein juristisches Detail bislang nicht zu regeln gewesen ist. Im Kern geht es um die – für den Außenstehenden eher bürokratisch anmutende – Frage, wer nach der Gründung der neuen Rettungsdienst Ulm-Heidenheim gGmbH die Gewährsträgerschaft für die Altersversorgung der Mitarbeiter übernimmt. Beide DRK-Kreisverbände unterstehen unterschiedlichen Versorgungsträgern, die Sicherheiten für den Fall fordern, dass die Gesellschaft in Insolvenz geht: Und während diese Rückversicherung für die Ulmer Seite vom Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm übernommen wird, ist es dem Landkreis Heidenheim bis dato vom Stuttgarter Regierungspräsidium untersagt worden, gegenüber der Versorgungsanstalt des Bundes und Länder in die gleiche Rolle zu schlüpfen.

Um die Kuh vom Eis bringen zu können, hatten die Beteiligten in der Vergangenheit bereits eine Lösung auf höherer Ebene gesucht und waren bis zum baden-württembergischen Innenministerium gegangen. Einen Durchbruch erhoffen sich die Beteiligten nun von einem erst vor kurzem anberaumten Rot-Kreuz-Gipfel in Ulm, wo sich neben den Spitzen der beiden unmittelbar tangierten Kreisverbänden auch ein Vertreter des Landesverband an einen Tisch gesetzt hatten. In diesem Gesprächsrahmen wurde ein Lösungsvorschlag erarbeitet, der nach Einschätzung Albert Tränkles den vom Regierungspräsidium und vom Innenministerium geforderten Vorgaben gerecht wird – jetzt aber noch von diesen beiden Behörden geprüft werden muss.

Neu an dem Vorschlag ist, dass die neue gemeinnützige Gesellschaft nicht nur aus Repräsentanten beider DRK-Kreisverbände besteht, sondern dass auch die Stadt Ulm, der Alb-Donau-Kreis und der Landkreis Heidenheim dazu stoßen und jeweils einen Vertreter entsenden. Das bisher entwickelte Grundkonzept bleibt unangetastet, doch soll eine Einschränkung dahingehend gelten, dass die gGmbH bestimmte Geschäfte nur mit Zustimmung der drei beteiligten Gebietskörperschaften tätigen darf – zum Beispiel, wenn es um Beteiligungen an weiteren Gesellschaften geht oder wenn Standorte von Rettungsdienst-Einrichtungen oder die Gesellschaft selbst verändert werden sollen. Mit dem jetzt ins Auge gefassten Konstrukt wäre auch die Übernahme der Gewährsträgerschaft für die Altersversorgung durch die Landkreise nicht länger strittig.

Jetzt setzt der Heidenheimer DRK-Präsident zusammen mit Geschäftsführer Mathias Brodbeck darauf, dass das Regierungspräsidium grünes Licht für das Organisationsmodell gibt. Albert Tränkle geht davon aus, dass bis April 2015 die rechtliche Prüfung erfolgt ist, rechnet aber nicht vor 2016 mit dem eigentlichen Zusammenschluss. „Da sind noch viele Details zu klären,“ so seine aktuelle Sicht – „bis hin zur neuen Geschäftsführung.“

Bis der Kraftakt geschafft ist, überbrücken die Kreisverbände die Zeit mit einer weitreichenden Kooperations-Vereinbarung. Der erprobte Ulmer Rettungsdienst-Leiter David Richter ist damit auch Geschäftsführer der immer noch eigenständigen Rettungsdienst gGmbH Heidenheim. Er gilt als kundiger Spezialist, der im Land in so gut wie allen Rettungsdienst-Gremien vertreten ist – „ein richtiger Insider,“ so der seit Mitte vergangenen Jahres als DRK-Geschäftsführer amtierende Mathias Brodbeck. Beide Führungspersönlichkeiten werden am kommenden Sonntag im Rahmen des Neujahrsempfangs des DRK-Kreisverbandes Heidenheim in der Turn- und Festhalle offiziell vorgestellt.