Der BUND-Regionalverband Ostwürttemberg bezieht Stellung zum Entwurf des Regionalplans 2035 der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ostwürttemberg. Er sei „entsetzt über die Ignoranz“ hinsichtlich der Klimakrise, so wie sie sich jetzt im Entwurf zeigt, teilt der BUND-Regionalvorsitzende Werner Gottstein mit. In dem Regionalplan werde vollkommen ausgeblendet, dass heute schon die Auswirkungen des Klimawandels drastisch zu spüren seien wie es auch die langanhaltende Trockenheit dieses Sommers zeige. Auch der Erhalt der Biodiversität und Schutz der landwirtschaftlichen Flächen scheine im Regionalplan 2035 kein Thema zu sein.

Wie sonst, so Gottstein, könnte eine deutliche Mehrheit der Versammlung weiterhin für acht Ortsumgehungen und den Ausbau der L1060 mit mehreren Ortsumgehungen stimmen: „Es scheint das Motto bei der Verbandsversammlung zu gelten, wir wollen den Klimawandel verhindern, aber es darf sich nichts ändern.“

Kritik an Umgehungsstraßen

Gerade Umgehungsstraßen trügen zu einem erheblichen Teil der CO2-Emissionen bei, sagt Gottstein. Zwar werde durch sie die „Leichtigkeit des Verkehrs“ erhöht, aber gleichzeitig werde durch höhere Geschwindigkeiten und mehr Verkehr der CO2-Ausstoß erhöht.

Ganz vergessen werde, dass neben den hohen CO2-Belastungen während des Baues und den Unterhalt dieser Umgehungsstraßen auch der Boden als CO2-Speicher verloren gehe, teilt der BUND-Regionalverbandsvorsitzende mit: „Ganz zu schweigen davon, dass wieder Landwirte aufgeben werden und landwirtschaftliche Flächen zur Erzeugung von  Lebensmitteln dauerhaft entzogen werde“.

Für Gottstein blendet die Verbandsversammlung komplett aus, dass die Bundesrepublik bis 2045 und Baden-Württemberg bis 2040 klimaneutral sein wollen. „Ein Zeichen in dieser Hinsicht wäre es, wenn die Verbandsversammlung auf zusätzlichen Straßenbau im Regionalplan 2035 verzichtet und stattdessen auf allen Durchgangsstraßen, egal ob Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen, im Regionalverband 30 Stundenkilometer festgeschrieben hätte.“ Ein weiteres Zeichen wäre es Gottsteins Ansicht nach, wenn im Regionalplan die Klimaneutralität des Regionalverbandes bis spätestens 2035 festgeschrieben würde. BUND