Sontheim/Brenz / HZ Nach Kenia hat es Rebekka Nieß aus Sontheim/Brenz verschlagen. Dort hilft sie unter anderem in den Haushalten zweier dort lebenden deutschen Familien mit.

Meine Hauptaufgabe besteht darin, die zwei Kinder einer deutschen Familie mit Hilfe der deutschen Fernschule zu unterrichten. Das Unterrichten macht mir Spaß, auch wenn es manchmal anstrengend ist und ich meine ehemaligen Lehrer nun besser zu schätzen weiß ;)

Auch mache ich Kinderprogramm auf der Kinderstation im Krankenhaus. Die Kinderstation besteht aus einem großen Raum, in dem 15 Kinder mit ihren Eltern schlafen und leben. Oder ich spiele mit den Dorfkindern, welche sich sehr darüber freuen, da den Kindern hier in Kenia nicht viel Beachtung geschenkt wird.

Viel Zeit geht aber auch auf das Organisieren des Alltags drauf. So müssen wir Gemüse und Obst in Chlor einlegen, Milch abkochen, täglich Wasser holen und filtern, Brot backen,...

Auch müssen wir immer wieder spontan und einfallsreich sein: die Zuteilung meiner Arbeitserlaubnis ließ vier Monate auf sich warten, was ganz der afrikanischen Mentalität von Pünktlichkeit entspricht ;)

Fast täglich Stromausfall

Fast täglich haben wir Stromausfall. Um meine kenianische Freundin zu besuchen, muss ich eine Stunde laufen. Und einmal mussten wir unser Haus einige Stunden lang mit allen erdenklichen Mitteln vor der Übernahme von Heeresameisen schützen....

Zuerst war es schon sehr ungewohnt, in einem fremden Land mit fremder Kultur und fremder Sprache „allein“ unterwegs zu sein. Aber inzwischen ist es für mich fast Alltag, durch die schlechten, in der Regenzeit sehr matschigen, Straßen zu laufen, mit den Menschen, denen man unterwegs begegnet, zu reden und immer wieder den „Buda-Budas“ (Mopeds) auszuweichen.

Die Natur in Tenwek mag ich sehr. Da Tenwek auf 2100 Metern liegt, ist hier alles grün. Die Erde ist rot-braun und die Dorflandschaft ist bergig und von einem großen Fluss geprägt. Mit den vielen freilaufenden Kühen erinnert mich die Landschaft sogar manchmal an die Alpen.

Zuerst in den Gottesdienst

Kaum zu glauben, dass jetzt bald Weihnachten sein soll! Am 25.12.werden die meisten Menschen hier zuerst in den Gottesdienst gehen und danach gibt es Fleisch (!) mit Reis und Chapatis (eine Art salzige Pfannkuchen) und Saft. Da freuen sich die ganzen Kinder jetzt schon sehr darauf.

Hier in Kenia fühlt sich es für mich, mal abgesehen von dem Stollen und dem Adventskalender, die ich von zuhause geschickt bekommen habe, überhaupt nicht weihnachtlich an. Aber wenigstens wird einem dabei wieder neu bewusst, dass Weihnachten nicht wegen den Bredla, Kerzen, Familienfeiern, gutem Essen oder dem Christbaumloben, sondern wegen der Geburt von Jesus gefeiert wird.

In diesem Sinne grüße ich Euch ganz lieb und wünsche Euch schöne und besinnliche Weihnachten!