„Der Sperrung der Piltz‘schen Unterführung für ein ganzes Jahr ist ein Unding, sie ist eine der zentralen Verkehrsachsen", sagt Sebastian Hyneck vom Verkehrsclub Deutschland. Der Geh- und Radweg unter der Eisenbahnbrücke südlich des Heidenheimer Bahnhofs, besser bekannt als Piltz'sche Unterführung, soll ausweislich derzeitiger Planungen im gesamten Jahr 2026 für den kompletten Fuß- und Fahrradverkehr gesperrt werden. Der VCD Heidenheim als Interessenvertretung der Fußgänger und Radfahrer spricht sich mit einer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren gegen eine solch lange und umfassende Sperrung aus.

Zeitliche Begrenzung

Darin fordert er diverse Maßnahmen, wie die Sperrung zeitlich zu begrenzen und die Umleitungsstrecken sicherer zu machen. Hyneck, der Kreisvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs, schildert das ganze Ausmaß der Sperrung, die auch die Brenzbrücke zur Seestraße umfassen soll: „Betroffen wären knapp 7000 Menschen täglich, insbesondere Menschen, die nicht auf ein Auto zurückgreifen können oder wollen." Schülergruppen sowie Radler sollen den schmalen, einseitigen Gehweg entlang der B 19 unterhalb des Totenbergs benutzen, was aufgrund der hohen Verkehrsstärke und Tempo 50 als sehr gefährlich gesehen wird. Zudem ergeben sich für Fußgänger Umwege von bis zu einer halben Stunde. Die jetzige Planung stehe auch im Widerspruch zu den Zielen der „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen“ (AGFK), deren Mitglied die Stadt Heidenheim ist.

Untaugliche Umleitungen

„Außerdem würde das Radnetz BW beschädigt. Die Umleitungsvorschläge im Plan sind untauglich und gefährlich!", so der VCD in seinem Papier. Daher fordert der VCD, die Unterführung und die Brücke möglichst durchgehend offenzuhalten. Für die Dauer der Sperrung soll die Umleitungsstrecke an der B 19 entlang für Fußgänger und Fahrradfahrer sicher gestaltet werden. Der VCD regt an, eine Behelfsbrücke einzurichten, einen temporären Ringbus fahren zu lassen sowie die Querung der Kanalstraße und der Brenz auf Höhe Meeboldstraße zu realisieren. Geprüft werden soll der Einsatz einer weniger tiefen Brücke, sodass die Unterführung nicht tiefergelegt werden muss.

Radweg verbreitern

Schließlich fordert der VCD die Begradigung und Verbreiterung des Geh- und Radweges durch die Unterführung. Der Verkehrsclub regt an, die in der AGFK bestehenden Kontakte zu nutzen, um zu erfahren, wie der Radverkehr auch bei Baumaßnahmen aufrechterhalten und gefördert, die angestrebte Fahrradfreundlichkeit umgesetzt werden kann. Die gesamte Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren ging auch an Stadtverwaltung und Stadträte. Sie ist auf der Internetseite des VCD Heidenheim zu finden.

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