Auto stehen lassen, rauf aufs Fahrrad, Kilometer sammeln und möglichst viel CO2 einsparen zum Wohl des Klimas. Darum geht es beim bundesweiten Wettbewerb Stadtradeln, der im Landkreis Heidenheim mit einem Rekord startet: So viele Kommunen im Landkreis Heidenheim wie nie zuvor sind mit von der Partie, um möglichst viele Menschen den Umstieg aufs Fahrrad schmackhaft zu machen. Damit liegt auch ein neuer Teilnehmerrekord zum Greifen nahe. Bereits zum fünften Mal wird die Aktion gemeinsam von Stadt und Landkreis Heidenheim sowie dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Heidenheim organisiert.

Klimaschutz stand schon immer im Vordergrund beim Stadtradeln, doch in diesem Jahr ist es zugleich politisches Signal: „Radfahren ist der beste Tankrabatt“, sagt Johannes Metzger vom ADFC Heidenheim. Sprit einzusparen sei vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges ein wichtiger Beweggrund für den Umstieg. Zugleich sei das Stadtradeln ein tolles Fitnessprogramm, das zudem den Geldbeutel schone.

Wer die Zeit des Stadtradelns nutzen möchte, um per Bahn und Fahrrad zu pendeln, für den hat Ralf Käpplinger, Verkehrsplaner und Stadtradeln-Koordinator der Stadt Heidenheim, einen Tipp: Am Bahnhof Heidenheim gibt es Fahrradboxen, die via www.bikeandridebox.de für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr gebucht werden können; das gilt auch für die 28 Plätze in der Sammelgarage, die ebenfalls zur Fahrradbox gehört.

Stadtradeln mit Festen und Sternfahrt

Das Stadtradeln startet am Samstag, 25. Juni, mit einer Sternfahrt und endet am 23. Juli mit einem Fahrradfest. Bei der Sternfahrt starten die Radler in allen teilnehmenden Kommunen und kommen um 14 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor der Heidenheimer Stadtbibliothek zusammen, wo Landrat Peter Polta die Teilnehmenden empfangen wird. An diesem Tag findet in Heidenheim auch das Internationale Straßenfest statt. Der ADFC bewacht einen Fahrradparkplatz vor dem Meeboldhaus.

Gesichter der Radkultur gesucht

Für diesen Tag spielt der Landkreis auch seine Mitgliedschaft in der landesweiten Radkultur aus. Von 11 bis 17 Uhr läuft der Wettbewerb Radstar: Dabei kann man sich im Rahmen eines Gewinnspiels mit seinem Fahrrad fotografieren lassen und ein Statement verfassen, was Radfahren im Landkreis Heidenheim für einen selbst bedeutet. Zudem wird ein Fahrrad-Check angeboten. Kleinere Mängel beheben die Mechaniker gleich vor Ort.

Abfahrtszeiten der Sternfahrt in den Gemeinden

Der Start ist in Königsbronn sowie Steinheim am Rathaus, in Gerstetten am Bahnhof und in Großkuchen am Brunnen in der Ortsmitte jeweils um 12.45 Uhr. Eine weitere Tour startet am Rathaus in Dischingen um 12.15 Uhr und verläuft über Nattheim, wo um 13.15 Uhr am Rathaus der Treffpunkt ist. Die größte Tour beginnt um 11.50 Uhr in Niederstotzingen am Bahnhof, führt über Sontheim, Abfahrt 12.15 Uhr am Bahnhof, über Hermaringen, Start um 12.30 Uhr am Bahnhof, über Giengen, Abfahrt um 12.50 Uhr am Bahnhof. In Herbrechtingen können die Radler um 13.15 Uhr an der Mühlstraße dazu stoßen.

Siegerehrung mit Fahrradfest

Der Abschluss der Aktion findet am Samstag, 23. Juli, im Rahmen eines großen Fahrradfestes statt, bei dem auch die Siegerinnen und Sieger prämiert werden. Davor laden ADFC-Mitglieder zu einer Radtour „Energie und Biotope“ von 10 bis 13 Uhr mit Start vom Willy-Brandt-Platz an. Über 23 Kilometer führt die Route rund um den Windpark Nattheim Das Ziel ist die Pauluskirche in Heidenheim.

Um 13 Uhr findet die Prämierung der erfolgreichsten Radlerinnen und Radler und der aktivsten Teams durch Oberbürgermeister Michael Salomo und der Ersten Landesbeamtin Marlene Bolz statt. Die Veranstalter bieten weitere Programmpunkte und Informationen rund ums Fahrrad. Das Café Samocca und der Stattgarten sorgen für Essen und Getränke. Des Weiteren feiert die Stadt gemeinsam mit dem Lenkungskreis Fairtrade „10 Jahre Fairtrade-Stadt Heidenheim“ mit mehreren Aktionen.

Stadtradeln-App sammelt Daten für künftige Verkehrsplanung

Die Teilnehmenden können ihre gefahrenen Kilometer entweder einzeln eintragen oder dies per App erledigen lassen. Das Besondere an der Stadtradeln-App: Die Routen werden aufgezeichnet. Gleichzeitig sieht der Radler, wie viel CO2 er im Vergleich zu einer Autofahrt eingespart hat und wie viele andere Radfahrer die Strecke benutzt haben. Ausgewertet werden die Daten laut Johannes Metzger von der Technischen Universität Dresden. „Je mehr Daten gesammelt werden können, desto besser ist es. Denn die Kommunen können diese Erkenntnisse für spätere Verkehrsplanungen nutzen.“

Ziel ist es, mehr Kilometer als im vorigen Jahr zu sammeln. 277.000 Kilometer waren es 2021. Das bedeutete laut Linda Beer, Stadtradeln-Koordinatorin im Landratsamt, 41 Tonnen eingespartes CO2.

So kann man sich ab sofort anmelden

Die Anmeldung erfolgt übers Internet via www.stadtradeln.de im Menü Mitmachen und dann Registrieren. Teilnehmen am Stadtradeln können alle, die in der Stadt oder im Landkreis Heidenheim wohnen, arbeiten, studieren oder einfach einem der vielen Vereine angehören.

Wer mitmacht, kann Teams bilden: mit der Familie, den Mitbewohnern, den Arbeitskollegen oder dem eigenen Verein. Das ist für Ralf Käpplinger, Stadtradeln-Koordinator bei der Stadt Heidenheim, der soziale Aspekt beim Stadtradeln. Es seien in den vergangenen Jahren regelrechte Wettbewerbe unter Vereinen oder Schulen entstanden.

Diese Teams werden ausgezeichnet

Die aktivsten Radlerinnen und Radler mit den meisten Radkilometern, das Team mit den aktivsten Mitgliedern mit den meisten Radkilometern pro Person, das aktivste Team mit den meisten Radkilometern, das Team mit den meisten Mitgliedern, das fahrradaktivste Schulteam, das Schulteam mit den meisten Mitgliedern. Für die Zukunft gibt es auch die Idee, das radelaktivste Kommunalparlament auszuzeichnen.

Das sagen Landrat Peter Polta und Oberbürgermeister Michael Salomo

„Ich freue mich, wenn möglichst viele Teams gemeinsam etwas bewegen und wir damit einen wichtigen Beitrag für die Umwelt und den Klimaschutz leisten. Zusätzlich halten wir uns mit Radfahren fit und fördern unsere eigene Gesundheit und schaffen Möglichkeiten, um zusammen zu kommen“, wird Heidenheims Oberbürgermeister Michael Salomo in der Ankündigung zum Stadtradeln zitiert. Und Landrat Peter Polta lobt: „Das Stadtradeln ist eine echte Erfolgsgeschichte.“ Und weiter: „Ich bin schon gespannt, wie viel Tonnen CO2 in diesem Jahr durch die gefahrenen Kilometer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingespart werden können.“