Heidenheim / Manfred F. Kubiak Kritiker landauf und landab singen ein Loblied auf den Heidenheimer „Macbeth“ – eine Presseschau.

Noch zweimal, dann ist der Heidenheimer „Macbeth“ tatsächlich auch schon abgespielt. Lediglich am Freitag und am Samstag also besteht noch die Möglichkeit, sich diesen Verdi-Reißer zu gönnen. Die Kritiker landauf und landab jedenfalls empfehlen dies unbedingt. Wir haben mal gesammelt, was bislang in Zeitungen und Online-Portalen zum Herzstück der Opernfestspielsaison 2015 zu lesen war.

Der „Reutlinger Generalanzeiger“ etwa schildert seinen Lesern, die nebenbei auch einen Überblick über die Geschichte der Opernfestspiele erhalten, „einen ,Macbeth‘, wie man ihn in Stuttgart oder München nicht schauriger serviert bekommt“ und lobt zunächst die Sänger, insbesondere Antonio Yang, der den Titelhelden gibt, und die Lady Macbeth der Melba Ramos; „vor allem aber auch den Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn“. Und „dazu rühren die Stuttgarter Philharmoniker, Boschs Opernorchester, einen Verdi-Klang an, der weniger auf Breitwandsound setzt als auf feinnervige Schattierungen.“

In Ingolstadt beschäftigt sich der „Donaukurier“ zunächst einmal ausführlich mit Heidenheim und den touristischen Qualitäten in und um Heidenheim herum, ehe dann der „Macbeth“ unter die Lupe genommen wird. „Marcus Bosch strebt einen feinen, immer wieder pianoseligen Verdi an“, heißt es da etwa. Oder: „Wie überhaupt das Sängerensemble, der absolut präzise und klangschön singende Chor aus Brünn genauso wie die aufmerksam begleitenden Stuttgarter Philharmoniker einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.“ Die Inszenierung allerdings ist nicht unbedingt nach Ingolstädter Geschmack: „Zu unausgegoren wirkt die Aktualisierung, zu steif agiert der Chor, zu viele divergierende Anspielungen verwirren.“

Ganz anders hat Hermann Schneiders Inszenierung auf den Kritiker der Ulmer „Südwest-Presse“ gewirkt, der die Regie explizit als „durchdacht“ preist. Und weiter: „Großartig die Auftritte des Philharmonischen Chors Brünn – mit der Verpflichtung dieses Ensembles haben die Opernfestspiele noch einmal einen wichtigen Schritt nach vorn getan.“ Und die Musik „klang mitreißend, weil sie auch detailliert, sehr akkurat, weich, mit großer Pianokultur von den Stuttgarter Philharmonikern erzählt wird.“ Fazit: „Italienische Oper eigentlich wie in Italien.“

Auch die „Nürnberger Zeitung“ stellt ihren Lesern zunächst einmal ausführlich das Festival und deren Macher vor und thematisiert zudem den mit über 60 Prozent enorm hohen Eigenfinanzierungsanteil der Opernfestspiele. Und: „Soweit man sich auch immer in Deutschland in der Open-Air-Szene umhört, gibt es derzeit wohl kein Festival, das den Zuhörern den Komfort zu bieten hätte, bei schlechter Witterung oder kühlen Temperaturen mit wenigen Schritten in eine akustisch fabelhafte, vollwertige zweite Spielstätte auszuweichen.“ Viel Lob schließlich für die Sänger und die Musik: „Marcus Bosch betont das Luftige und Schlanke der Faktur.“

Das Online-Portal „Concerti“ stellt zunächst die Festspiele vor und sodann fest: „Da paart sich auf enorm sympathische Weise höchste Professionalität mit einem festival-familiären Do-it-yourself-Geist.“ Und: „Da gibt es es einen Bürgermeister und einen Kulturamtsleiter, die derart für die Kultur brennen, dass sie den städtischen Zuschuss substantiell erhöht haben.“ Weiter wird Heidenheim als „einer der stimmungsstärksten Open-Air-Orte der Oper nördlich der Alpen“ mit einem „festspielwürdigen Ensemble“ geschildert. „Die Regie entfesselt die degenerativ destruktiven Energien der Figuren“, und „Marcus Bosch zaubert einen fein akzentuierten, detailgenauen und dramatisch pulsierenden Verdi-Klang“.

Auch „Der Opernfreund“ ist rundum voll des Lobes und kommt am Ende zu diesem Fazit: „Eine in jeder Beziehung packende Aufführung, der das Prädikat festspielwürdig mehr als zukommt.“ „Opernnetz.de“ konstatiert „einen berührenden und musikalisch überzeugenden Abend – und „klassikinfo.de“ kommt in Sachen Musik zu folgenden Schluss: „Bosch denkt Verdis frühes Nachtstück mit wissendem Blick auf das Spätwerk des Komponisten und legt so dessen Modernität frei.“

Last but not least beleuchtet der in Konstanz erscheinende „Südkurier“ den konzertanten „Macbeth“-Abstecher der Opernfestspiele auf die Insel Mainau und bescheinigt „ein Verdi-Klangbad, in das man beglückt eintauchen kann“. 

Info Eintrittskarten für die beiden letzten „Macbeth“-Vorstellungen am 31. Juli und am 1. August sind im Ticketshop des Pressehauses in Heidenheim erhältlich.