Großkuchen / Karin Fuchs Erdbeeren im April - wann gab's das schon mal in Großkuchen? Am Samstag gab es nicht nur Früchte zu kaufen, sondern auch Gemüse, Fleisch, Wurst und Backwaren beim ersten Großkuchener Wochenmarkt.

Samstagvormittag 9.30 Uhr vor der Schwabschule: Menschen drängen sich vor drei Verkaufsständen, ein örtlicher Metzger, Bäcker öffnen ihre Verkaufswagen, ein in Schnaitheim ansässiger Supermarkt hat einen Obst- und Gemüse-Marktstand aufgebaut. Daneben grillen Mitglieder des Ortschaftsrats Würstchen, in der Schule gibt's Weißwurst und Kaffee. Immer mehr Leute kommen auf den Platz, kaufen ein, bleiben zu einem Schwätzchen stehen. Es fühlt sich an wie ein kurzes Marktfest.

Zu feiern gibt es auch etwas. Denn seit der Schließung des letzten Dorfladens gibt es in Großkuchen keine fest Einkaufsmöglichkeit mehr. Eine Lücke, die man in Großkuchen durchaus gerne schließen wollte. Seit einiger Zeit kommen deshalb ein örtlicher Bäcker und Metzger regelmäßig auf den Platz vor die alte Schwabschule. Nun hat sich dies zu einem kleinen Wochenmarkt entwickelt. Ortsvorsteher Werner Weber ist begeistert von der Resonanz. Dreimal so viele Besucher als sonst kamen auf den Dorfplatz und nutzten das neue Angebot, das gleichzeitig auch ein Dorftreff war.

Entstanden ist die Idee im Rahmen eines Bürgermentorenkurses in Kooperation mit der Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement und Demografie „Ich für uns“ und der Familienbildungsstätte Haus der Familie Heidenheim. Das „Seniorennetzwerk Heidenheim“ – eine Konzeption der Stadtverwaltung in Kooperation mit der Dualen Hochschule Heidenheim hat die Großkuchen neben dem Mittelrain und dem Zanger Berg als einen von drei Pilot-Stadtteilen ausgewählt, um über die Zukunft nachzudenken. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen wurden verschiedene Ideen entwickelt. Wo drückt der Schuh am meisten? Für Großkuchen stand die Nahversorgung, die Gemeinschaft und die Mobilität auf der Wunschliste.

Mit dem kleinen Wochenmarkt ist nun eine der Ideen umgesetzt. Jeden Samstag sind die Marktstände nun von 9.30 bis 10.30 Uhr geöffnet. Mehr als dreimal so viele Besucher kamen und nutzten das neue Angebot. Ortsvorsteher Josef Weber ist begeistert von der guten Resonanz: „Ein Anfang ist gemacht. Es liegt an uns, was wir daraus machen.“ Geplant ist nun, jeden ersten Samstag im Monat den Wochenmarkt mit einem Grillstand zu bereichern und die Schwabschule zu öffnen. Dabei müsse nicht immer nur der Ortschaftsrat am Grill stehen, sondern Weber kann sich auch vorstellen, dass Vereinsgruppen diese Angebot übernehmen.

Auch beim Wunsch nach mehr Begegnung ist man am Großkuchen schon in der Umsetzung: Ein erster Kaffeenachmittag in der Schwabschule Ende Februar wurde sehr gut angenommen.

Um ein klareres Bild über die Bedürfnisse der Generation 55 plus in Großkuchen zu erhalten, wird in den nächsten Wochen eine Befragung an alle Bewohner über 55 Jahre versendet.