Heidenheim / Karin Fuchs Horst Adam führt ein Doppelleben. Eigentlich ist er Anzeigenverkäufer, im Dezember schlüpft er in eine besondere Rolle. Das Podcast-Spezial zum Nikolaustag.

Am Freitag ist der 6. Dezember, ein arbeitsreicher Tag für den Nikolaus. Zwischen Geschenke aufladen und Goldenes Buch suchen hat sich der Nikolaus Zeit genommen für ein Podcast-Interview mit den HZ-Redakteurinnen Karin Fuchs und Kathrin Schuler. Eigentlich kennen die beiden Horst Adam ganz gut. Schließlich arbeitet er ebenso wie sie bei der Heidenheimer Zeitung. Doch als der Mann im roten Mantel und mit weißem Rauschebart so vor ihnen steht, würde er bei ihnen glatt als Nikolaus durchgehen.

Wie wird man eigentlich Nikolaus?

Nikolaus: Eigentlich durch Zufall. Eine Bekannte hatte immer einen Nikolaus für ihre Söhne. Aber als der krank wurde, bin ich eingesprungen. Das war vor 28 Jahren. Und seitdem bin ich Nikolaus. Bei Bekannten und Verwandten. Die Kinder von damals sind mittlerweile 30 Jahre alt.

Der Heilige Nikolaus sieht doch ganz anders aus als Sie, der hat ein Bischofskostüm und keinen roten Mantel?

Richtig. Aber in Deutschland hat sich das mittlerweile schon so eingebürgert, dass der Santa Claus als Nikolaus zählt. Die Werbung ist mit dran schuld.

Glauben Sie, das ist für die Kinder schon zu einer Person verschmolzen?

Ja, das ist so, die können nicht mehr unterscheiden, dass der Nikolaus früher ein Bischof war und im Nahen Osten gelebt hat.

Das heißt, wenn Sie mit dem weißen Bischofsgewand kommen würden, würde Sie niemand mehr erkennen?

Ich habe einen Bekannten, der im Bischofskostüm die Kinder besucht. Der wird gar nicht so wahrgenommen.

Was haben Sie sonst so dabei, wenn Sie die Kindern besuchen?

Ich habe mein Goldenes Buch dabei, wo alles über die Kinder drinsteht, was sie gut und was sie schlecht gemacht haben. Ich habe einen Stock dabei und ich habe einen Sack dabei. Zum einen sind da die Geschenke drin, zum anderen aber auch, um eventuell böse Kinder in den Sack zu packen. Aber zum Glück ist das noch nie passiert.

Aber eigentlich ist das doch gar nicht Ihre Aufgabe, sondern die von Knecht Ruprecht.

Das ist halt eine Personalfrage. Oft hat man niemanden, der da mitmacht. Dann mache ich das halt in Personalunion. Auch mit Rute, aber die wird in der Regel von mir nicht eingesetzt.

Im großen Sack, was ist da drin?

Die Geschenke, aber auch Orangen und Nüsse. Früher haben sich die Kinder noch über diese einfachen Dinge gefreut, die ja eher Mangelware waren. Heute muss es oft ein bestimmtes Buch oder Spiel sein.

Jetzt macht das Fest ja bald schon Weihnachten Konkurrenz.

Ja, am Nikolaustag wird heute viel mehr verschenkt als früher. Das kommt fast schon an Weihnachten ran.

Als Sie ein Kind waren, haben Sie selbst an den Nikolaus geglaubt?

Ich habe sehr stark an den Nikolaus geglaubt. Heutzutage sind die Kinder viel schneller raus aus der Geschichte. Wir hatten nicht so viele Möglichkeiten, uns zu informieren. Es gab kein Internet.

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