Der Gerstetter Georg schabel ist Pilzexperte. In der HZ stellt er nun monatlich ein ganz besonderes Exemplar vor.

Für Oktober ist es ein Pilz wie aus einem Märchen, eine echte Augenweide: der Korkstacheling (Hydnellum peckii). Im Jungstadium ist der Pilz kreisel-polsterförmig und scheidet blutrote Guttationströpfchen aus seiner Oberfläche aus. In der weiteren Entwicklung trocknen diese schwarzbraunfleckig ein, die Oberfläche wird flach und trichterförmig mit aufgerichteten spitzen Schuppen. Seine Vorkommen im sauren, nährstoff-basenarmen Buchen-Fichten-Tannenwald liegen meist zwischen 300 und 1000 Meter, zwischen Moosen und Nadelstreu.

Selten und gefährdet

In der neuen Rote Liste von 2016 ist der Pilz in RL3 eingestuft und gilt als gefährdet. Seine Verbreitungstendenz ist in manchen Gebieten stark rückläufig und seit 1950 in den Niederlanden als verschollen. Der Pilz ist ungenießbar, sein korkiges Fleisch hat einen brennend scharfen Geschmack und ist von ähnlichen Arten mit Stacheln auf der Unterseite gut zu unterscheiden. Im Landkreis Heidenheim ist nur ein Vorkommen auf rund 600 Meter bekannt.