Heidenheim / sga Menschen, die Angehörige pflegen, leiden häufiger unter seelischen und körperlichen Problemen als Nicht-Pflegende.

Pflegende Angehörige aus dem Landkreis Heidenheim sind öfter krank als Menschen, die nicht pflegen müssen. Das belegt der Pflegereport der Krankenkasse Barmer, den Professor Heinz Rothgang von der Universität Bremen erstellt hat. „Unsere Gesellschaft ist auf die aufopferungsvolle Arbeit pflegender Angehöriger angewiesen“, sagt Richard Kitzinger, Regionalgeschäftsführer der Barmer Ulm.

Laut Pflegereport litten 18 Prozent der pflegenden Angehörigen aus dem Landkreis Heidenheim im Jahr 2017 unter Belastungsstörungen wie Nervenzusammenbrüchen. In einer nach Alter und Geschlecht vergleichbaren Gruppe von nicht pflegenden Versicherten im Landkreis Heidenheim kamen Belastungsstörungen mit acht Prozent deutlich seltener vor.

Häufiger Rückenschmerzen

Auch der körperliche Zustand von pflegenden Angehörigen ist im Kreis schlechter als der von Nicht-Pflegenden. So waren laut Pflegereport 64 Prozent der pflegenden Angehörigen im Jahr 2017 wegen Rückenschmerzen bei ihrem Arzt.

Die nach Alter und Geschlecht vergleichbare Gruppe Nicht-Pflegender musste sich seltener wegen Rückenschmerzen in ärztliche Behandlung begeben (49 Prozent). „Pflegende Angehörige werden oft als größter Pflegedienst der Nation bezeichnet. Der Pflegereport zeigt, wie dringend sie Hilfe für sich selbst brauchen“, sagt Kitzinger.

Daher biete die Barmer für ihre Versicherten kostenlos das Seminar „Ich pflege – auch mich“ an. Hier würden die Teilnehmer lernen, wie sie sich trotz der anstrengenden Pflegesituation entlasten könnten.