Heidenheim / Patrick Vetter Das DRK Heidenheim pflegt Kunden ab Montag auch direkt daheim und hilft im Haushalt.

Der Pflegebedarf wird immer größer. „Es gibt immer mehr alte Leute und damit auch immer mehr Pflegebedürftige“, sagt Mathias Brodbeck, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes. Damit ist nicht nur die stationäre Pflege mit Plätzen in Wohn- und Altenheimen gemeint, sondern auch der Bedarf an ambulanter Pflege – das bedeutet professionelle Hilfe für Menschen, die noch in ihren eigenen vier Wänden wohnen, ihr Leben aber nicht mehr ganz allein meistern können.

„Ambulant vor stationär, das ist gerade die politische Richtung. Das schönste Altwerden ist zu Hause“, erklärt Brodbeck. Das habe zwei Gründe: Man wolle den Menschen so lange wie möglich ein Leben im gewohnten Umfeld ermöglichen und auf der anderen Seite sei die ambulante Behandlung oft auch billiger.

Darauf möchte das DRK jetzt reagieren. Am Montag, 16. September, startet das neue ambulante Pflegeangebot. Ein Team von zunächst vier Mitarbeitern besucht Kunden zu Hause, unterstützt sie entweder täglich bei der Körperpflege, bei Schwierigkeiten im Haushalt oder gibt den Pflegebedürftigen Medikamente und wechselt beispielsweise Verbände oder Ähnliches.

Erfahrene Leitung für die ambulante Pflege

Dafür fahren die Organisatorinnen Katharina Sikora und Stephanie Gistel und ihr Team mit einem kleinen Pkw durch die Stadt. Beide sind schon seit Jahren beim DRK in der stationären Pflege. Sie planen die Routen und machen sich Gedanken über die richtige Pflege für die einzelnen Kunden, die individuell angepasst werden muss. Dabei kommt es auf kurze Wege an. Deshalb beschränkt sich der Dienst auch zunächst auf das Stadtgebiet: „Es geht nur um Heidenheim, Schnaitheim und Mergelstetten. Sonst sitzt man zu lange im Auto“, erklärt Ulrich Herkommer, Geschäftsführer der Pflegedienste in Heidenheim, was das DRK schon vor über 15 Jahren gelernt hat. Damals gab es schon einmal ambulante Pflege, die im ganzen Kreis angeboten wurde. Durch die langen Wege zwischen den Kunden habe sich das aber nicht gelohnt.

Was damals scheiterte, soll diesmal klappen. Und wenn es gut läuft, soll der ambulante Bereich langsam aber stetig wachsen. „Der Bedarf ist jedenfalls da“, sagt Brodbeck. Patienten, die bisher aus dem Pflegeheim in Heidenheim entlassen wurden, haben immer wieder gefragt, ob sie denn nicht weiter zu Hause behandelt werden könnten. Den anderen Anbietern in Heidenheim wolle das DRK keine Konkurrenz machen, sondern ihr eigenes Angebot erweitern.

Bisher konnten Kunden in den Pflegestationen in Heidenheim, Herbrechtingen und Steinheim nur vollstationär oder in der Tagespflege vor Ort behandelt werden.